Corona-Blues

Näh-Trend: George Clooney tut es, tust du es auch?

19. Februar 2021, 10:41 Uhr
George Clooney ist ein prominenter «Sew Brother».
© Keystone
Kreativität und Geduld sind gefragt. Nicht nur während der Corona-Pandemie, nein, auch beim Nähen. Kein Wunder also, ist diese Art der Hausarbeit gerade trendy. Was vorher stereotypisch nur der Frau zugeschrieben wurde, ist auch bei den Männern sehr beliebt.

Das ist «typisch Frau» oder «typisch Mann»: Zwei Beschreibungen, die nach und nach verschwinden – zum Glück. Somit ist auch klar, dass Hausarbeiten wie Nähen oder Stricken ziemlich gut auch von Männern ausgeführt werden können. George Clooney tut es zum Beispiel. Er tut es sogar richtig gut.

George Clooney ist ein «Sew Brother»

Seit bald einem Jahr sitzen wir zu Hause, was nicht immer einfach ist. Die Coronapandemie hat einige von uns aber auch kreativ werden lassen. Doch die Bananenbrote «lampen» uns mittlerweile zum Hals raus und auch das Stricken ist öde. Nähen ist das neue Bananenbrot backen. Vor allem Männer sollen Freude daran haben.

«Ich nähe die Kleidung der Kinder. Und habe auch schon das Kleid meiner Frau mehrmals geflickt», sagt George Clooney gegenüber dem «AARP-Magazin». «Ich war lange Zeit Junggeselle und hatte kein Geld. Man muss lernen, wie man Dinge repariert.» Viele Männer in Grossbritannien tun es ihm gleich, schreibt der «Guardian». Sie nennen sich die «Sew Brothers».

Nachfrage seit letztem Frühjahr gestiegen

Auch in der Schweiz steigen immer mehr auf den Nähmaschinen-Trend-Zug auf. «Wir merken deutlich, dass sich mehr Menschen für das Nähen interessieren», sagt Matthias Fluri, Mediensprecher bei Bernina, gegenüber FM1Today. Bereits im Frühjahr 2020 habe die Nachfrage stark zugenommen, das merke Bernina nicht nur an den Verkaufszahlen. «Auch der Zugriff auf unsere Online-Inhalte hat zugenommen», so Fluri. Vor dem ersten Lockdown tummelten sich täglich bis zu 20'000 Menschen auf dem Bernina-Blog, der zum Beispiel Nähanleitungen und Schnittmuster zur Verfügung stellt. Im April 2020 schnellte der Wert auch mal auf über 100'000.

Doch der Nähtrend hat nicht nur die Männer erfasst. «Die Bandbreite geht über junge Mütter die Babykleider, bis hin zu Alpinisten, die eigene Zelte nähen.» Die Nähszene sei heute bunter und vielfältiger als vor zwanzig, dreissig Jahren. Dass das Nähen derzeit so boomt, habe auch damit zu tun, dass viele Kundinnen und Kunden auf Fast Fashion verzichten wollen. «Ausserdem ist es eine Möglichkeit, sich kreativ betätigen, etwas Eigenes, Schönes zu entwerfen und anzufertigen», so Fluri.

Auch bei der Migros, die «Mio Star»-Nähmaschinen anbietet, habe man den Trend gespürt. Vor allem beim ersten Lockdown, wie Mediensprecher Marcel Schlatter bestätigt. «Bei uns laufen derzeit insbesondere Nähkits und Nähmaschinenzubehör gut.» Bernina und die Migros haben sich für die Corona-Zeit spezielle Angebote für Näh-Freundinnen und -Freunde ausgedacht. So gibt es bei beiden zum Beispiel Online-Nähkurse.

(sk)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. Februar 2021 19:58
aktualisiert: 19. Februar 2021 10:41