Nicht kostendeckend

PS5-Verkäufe schlagen PS4 um Längen, Sony macht trotzdem Verlust

Christoph Thurnherr, 30. Oktober 2020, 20:05 Uhr
Für viele gilt bei Verkaufsstart: nur anschauen.
© imago
Die Vorbestellungen der PS5 sind bahnbrechend und schlagen die des äusserst erfolgreichen Vorgängers um Längen. Trotzdem wird die neue Konsole für Sony noch eine Weile ein Verlustgeschäft bleiben.

In rund drei Wochen wird die neue Konsolengeneration eingeläutet. Nach sieben äusserst erfolgreichen Jahren hat die Playstation 4 ausgedient, sie wird von Nummer 5 abgelöst.

Und wer zu den vielen gehört, die sich die neue Konsole holen wollen, der braucht Geduld. Sie lässt sich derzeit nicht einmal mehr vorbestellen, so gross ist die Nachfrage. Zur Einordnung:

In den USA wurde die PS5 in nur zwölf Stunden so oft vorbestellt, wie sich die PS4 in zwölf Wochen (!) verkaufte. Diese absurden Zahlen gibt Sony-Chef Jim Ryan in einem Interview mit Reuters bekannt.

Sony schreibt trotzdem Verluste 

Die Zahlen wirken umso extremer, wenn man sich den Erfolg der Playstation 4 anschaut. Laut statista.com wurde die PS4 über 113 Millionen mal verkauft – der viertbeste Wert überhaupt, übertroffen nur von der PS2, dem Nintendo DS und dem klassischen Gameboy.

Trotzdem bleibt die Playstation 5 für Sony derzeit eine Investition in die Zukunft. Denn der Verkaufspreis von rund 500 Franken ist nicht kostendeckend. Geld verdient Sony erst mit dem Verkauf von Spielen.

Aus diesem Grund setzen die Japaner in Zukunft noch mehr auf Inhouse-Titel. Das heisst: Spiele von hauseigenen Entwicklern, die mitunter exklusiv für die PS5 erscheinen.

Playstation-Pandemie-Push

Nach sieben Jahren ist die Vorfreude auf eine neue Playstation natürlich riesig. Alleine damit ist die Nachfrage aber nicht zu erklären. Die Dienstzeit der PS4 liegt im normalen Rahmen. Die Corona-Pandemie scheint naheliegender – und der Erscheinungstermin ist perfekt.

Überall auf der Welt soll man zu Hause bleiben, Kontakte wenn, dann online pflegen und möglichst nicht rausgehen. Bedingungen wie gemalt für eine neue Spielkonsole – der anstehende Winter und natürlich das Weihnachtsgeschäft machen den Mix perfekt.

Die Kehrseite findet sich aber in der effektiven Bereitstellung der Konsolen. Die Pandemie beeinträchtigt Lieferketten und Produktion massiv. Sony versichert, so hart wie möglich an der Produktion zu arbeiten, so dass jeder, der will, auch eine PS5 unter dem Weihnachtsbaum liegen hat.

Und nächstes Jahr wird dann abkassiert.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. Oktober 2020 20:05
aktualisiert: 30. Oktober 2020 20:05