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Wer will ein angefangenes Cola?

Dario Cantieni, 15. Januar 2019, 22:29 Uhr
Tauschen, statt kaufen. Weitergeben, statt verstauben lassen. Viele Facebookgruppen funktionieren nach diesem Prinzip. Es wird getauscht, Hilfe angefragt, Hilfe angeboten und immer wieder tauchen ganz kuriose Angebote auf.

«Kennst Du das? Du brauchst einmal in 10 Jahren eine Schleifmaschine für irgendeine Arbeit und danach wahrscheinlich nie wieder? Du kannst nun im Baumarkt eine neue kaufen oder aber Du fragst die Gemeinschaft und leihst Dir eine der unzähligen, die in anderen Kellern versauern...[...] Frage hier nach! In den mittlerweile über 9000 Mitgliedern (mittlerweile über 10'000 Anm. d. Red.), findest du für fast alles eine Antwort oder einen dankbaren Abnehmer…»

Das schreiben die Administratoren der Facebookseite «Die Gemeinschaft - Oberrheintal (CH)». Ein Prinzip, das nicht nur sehr sinnvoll ist, sondern auch funktioniert. Man muss nur einmal die Kommentare der glücklichen Abnehmer lesen. Dass einige das «fast» beim «für fast alles einen Abnehmer» scheinbar überlesen haben, macht es umso amüsanter.

Ein halbes Cola und ein Mixer, der keiner ist

Wie ernst das Angebot mit dem angefangenen Coca Cola gemeint ist, darüber lässt sich sicher diskutieren. Aber wer sich extra die Mühe macht, vor dem Schluck Cola seine Zähne zu putzen, um das Cola danach wieder zu verschliessen, zu fotografieren und ins Internet zu stellen, der hat eine Chance verdient, oder? Blöd nur, dass das Zähneputzen nichts nützt, wenn man nachher Cola trinkt. Selbst Cola Zero.

Anna wird sich bestimmt freuen (Bild: Printscreen Facebook)

Und auch über das nächste Angebot lässt sich durchaus die Stirn runzeln, wenn man ernsthaft am Erwerb dieses Gerätes interessiert ist. Denn wer möchte einen Handmixer (der abgeschnittene Titel lässt einen Handmixer erahnen) ohne Mixer? Also ist es eigentlich einfach eine sich drehende Schüssel?!

Ein tolles Gerät. Wenn der Mixer dabei wäre (Bild: Printscreen Facebook)

Zum Tausch gegen... was?

Kommen wir vom Verschenken zum Tauschen. Eine gängige Methode, wenn es um Geschäfte geht. Schon früher wurden Güter und Waren getauscht. Ein Sack Mehl gegen eine Ziege zum Beispiel. In der Facebook-Gruppe Oberrheintal ist das Konzept des Tauschens zwar geblieben, die getauschten Waren jedoch teilweise in keinem Verhältnis.

Das ist mal ein fairer Tausch (Bild: Printscreen Facebook)

Super für alle, die einen neuen Tisch wollen. Und dafür nur zwei Gebührensäcke springen lassen müssen. Und wir lernen auch: Wer sich nicht mehr die Haare färben muss, hat mehr Zeit, Briefe zu schreiben. Am besten jeden Tag der Woche einen.

Da kann sich jemand bald über Post freuen (Bild: Printscreen Facebook)

Und immer wieder Paprika-Chips

Auffällig oft werden auf besagter Seite Sachen gegen Paprika-Chips getauscht. Es mag einem vorkommen, als ob im Rheintal eine akute Dürre an den orangen Kartoffel-Snackerei vorherrscht. Vielleicht kann man aber auch einfach sicher sein, dass niemand die verpackte Tüte angegessen hat. Nicht wie beim Cola.

Und immer müssen es Paprika sein...sehr verdächtig (Bild: Printscreen Facebook)

Kuriose aber auch sinnvolle Tauschgeschäfte findest du in der Galerie.

Dario Cantieni
Quelle: dac
veröffentlicht: 15. Januar 2019 18:01
aktualisiert: 15. Januar 2019 22:29