Fasnacht für Dummies

Gugge, Konfetti und Schmudo: Diese Fasnachtsfacts musst du kennen

22. Februar 2022, 08:16 Uhr
Die Fasnachtskostüme sind bereit, die Instrumente der Guggenmusiken poliert und das Bier ist kalt gestellt. Am Donnerstag beginnt das bunte Treiben offiziell – aber warum feiern wir eigentlich Fasnacht? Hier erfährst du alles, was du wissen musst.
Fasnacht ohne Konfetti ist wie Weihnachten ohne Christbaum.
© Getty

Fasnacht, Faschned, Narreziit. Die fünfte Jahreszeit ist momentan in aller Munde. Doch wie sich herausstellt, kennen viele die Grundlagen rund ums Thema nicht. Hier kommt deshalb dein Fasnachts-Guide mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum ist Fasnacht?

Die Fasnacht lässt sich auf die christliche Fastenzeit zurückführen. Im Mittelalter musste man in den Tagen vor Beginn der Fastenzeit – am Aschermittwoch – alle Vorräte aufbrauchen, da sie sonst verdorben wären. Deshalb wurde reichlich Alkohol getrunken, Fleisch gegessen, Gebäck frittiert und wild gefeiert.

Ebenfalls kursieren Übertragungen, dass die Fasnacht ein heidnisch-germanischer Brauch ist. Diese feierten im Frühling ein wildes Fest mit gruseligen Masken, Rasseln und Trommeln, um die bösen Wintergeister zu vertreiben. Und als weiterer Ursprung kommt das römische Saturnalienfest in Frage. An diesem Tag waren im alten Rom Herren und Sklaven gleichgestellt und alle feierten gemeinsam.

Wann ist Fasnacht?

An vielen Orten, die katholisch geprägt sind, beginnt die Fasnacht traditionell am Schmutzigen Donnerstag. In den frühen Morgenstunden treffen sich Guggenmusiken und weitere Fasnächtler, um das Fasnachtsgeschehen einzuläuten. Zu Ende geht sie am Aschermittwoch, mit dem Beginn der Fastenzeit. An protestantischen Orten, wie zum Beispiel Basel, beginnt die Fasnacht erst am Aschermittwoch – und endet dementsprechend später. Das genaue Datum hängt dabei in allen Regionen vom Datum des Osterfestes ab.

Warum vielerorts die Fasnachtszeit bereits am 11.11. um 11.11 Uhr eingeläutet wird, kann nicht genau geklärt werden. Aber die Zahl 11 hat seit dem Mittelalter eine besondere Bedeutung: Sie ist um eins grösser als die Zehn Gebote und um eins niedriger als die Zahl der Jünger Jesu. Ausserdem gilt sie als Symbol für Jux und Narretei.

Was haben Guggenmusik und Konfetti an der Fasnacht verloren?

Guggenmusik kommt ursprünglich aus dem alemannischen Raum und beschreibt eine Gruppe, die wilde und schräge, aber mitreissende Musik macht. Oft werden dafür Blasinstrumente und viel Schlagwerk genutzt. Der Begriff «Gugge» steht im Alemannischen für Tüte – die früher anstatt Masken getragen wurden. Mit der schrägen Musik und den Masken sollen die Geister verschreckt werden.

«Confetti» ist italienisch und bedeutet so viel wie Zuckerzeug. Vermutlich liegt der Ursprung des Konfetti beim Buchbindermeister Paul Demuth. Er soll 1887 in Venedig beobachtet haben, wie während des Karnevals kleine Süssigkeiten in die Luft geworfen wurden, was angeblich Glück bringt. Daraufhin kam Demuth auf die Idee, stattdessen bunte Papierschnipsel zu nehmen, da richtiges Konfekt für viele zu teuer war. Die glücksbringende Tradition setzt sich bis heute fort.

Wo ist Fasnacht?

Nun aber das Wichtigste: Wo finden dieser Tage Fasnachtsevents statt? Am 24. Februar – Schmutziger Donnerstag dieses Jahr – wird an vielen Orten in der Ostschweiz gefeiert. So zum Beispiel in Altstätten, Appenzell und St.Gallen. Aber auch in Luzern und Evolène im Wallis wird gefeiert. Erst rund eine Woche später geht es dann in Zürich und Bern los. Und vom 7. bis zum 9. März pfeift und trommelt es dann endlich wieder in Basel.

Ob man dabei verkleidet sein sollte oder nicht, hängt stark vom Ort ab. Denn Achtung: In Basel sind farbige Perücken und bunt geschminkte Gesichter bei Erwachsenen verpönt. Aber an vielen anderen Orten ist eine bunte Verkleidung sehr wichtig, damit man sich integriert fühlt – wobei selbst gemachte Kostüme von wahren Fasnachtsfans natürlich sehr geschätzt werden.

(sgr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Februar 2022 05:54
aktualisiert: 22. Februar 2022 08:16
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