Studie

Katzen sind sozialer als gedacht

Nina Müller, 24. September 2019, 14:35 Uhr
Gemäss einer Studie aus den USA haben die meisten Katzen eine tiefe Beziehung zu ihren Besitzern,
© iStock/Konstantin Aksenov
Hunde sind bekannt für ihre bedingungslose Treue. Eine Studie aus den USA zeigt nun, dass auch Katzen eine tiefere Bindung mit ihren Besitzern haben können.

Katzen-Besitzer loben oft die Unabhängigkeit ihrer Haustiere. Ein Büsi kann man ohne Probleme während der Arbeit alleine lassen, bei einem Hund ist das kaum möglich. Dafür ist die Bindung zu einem Hund viel enger als die zu Katzen. 

Katzen sind sehr eigenwillig

Jeder, der eine Katze hat, kennt den Moment, wenn das Büsi dich eiskalt ignoriert. Du kannst rufen und machen was du willst, das geliebte Haustier würdigt dich keines Blickes. Dann gibt es wiederum diese Momente, in denen sie sich innig an dich schmiegen und du denkst für einen Augenblick, dass das Büsi dich tatsächlich mag. 

Eine Studie der Oregon State Univerisity in Corvallis will nun bewiesen haben, dass die Katzen ihre Besitzer sehr wohl mögen, schreibt wissenschaft.de. «Es könnte sein, dass wir die sozialen Fähigkeiten der Katzen unterschätzen», sagt Studienleiterin Kristyn Vitale.

Test wird üblicherweise bei Kleinkindern angewendet

Die Wissenschaftler wendeten einen standardisierten Test an, der normalerweise das Verhältnis zwischen Kleinkindern oder Hunden und ihrere wichtigsten Bezugsperson untersucht. Dabei werden die beiden Testobjekte zuerst in eine ungewohnte Umgebung gebracht. Anschliessend verlässt die Bezugsperson den Raum und kehrt nach kurzer Zeit zurück.

Dabei ist vor allem die Reaktion beim Wiedersehen relevant. In den meisten Fällen zeichnet sich ab, dass bei Kindern die Eltern und bei Haushunden der Besitzer wie eine Art Zufluchtsort fungieren. Die Person gibt in der ungewohnten Situation Sicherheit und Orientierung. 

Junge Katzen sind gestresster ohne Bezugsperson

Die Katzenversion des Tests wurde mit Jungtieren und mit ausgewachsenen Hauskatzen durchgeführt. Das Ergebnis: Von 70 jungen Katzen zeigten 64,3 Prozent Anzeichen für eine sichere und gefestigte Bindung. In Abwesenheit ihrer Betreuer wirkten die Katzen sichtlich gestresst und miauten viel.

Kaum war die Bezugsperson wieder im Raum, entspannten sich die betroffenen Katzen und erkundeten neugierig den Raum. Bei den restlichen Test-Katzen änderte sich das Stresslevel durch die Anwesenheit des Betreuers kaum.

Auch ältere Katzen vermissen Herrchen

Auch die 38 älteren Katzen, die getestet worden sind, zeigten mehrheitlich eine Verbindung zu ihren Besitzern auf. Mit 65,8 Prozent war in diesem Durchgang ein ähnlich grosser Anteil der Tiere eng mit ihrem Besitzer verbunden. 

Diese Zahl entspricht fast exakt dem Ergebnis, das durch die Tests mit Kleinkindern erarbeitet wurde. Damit zeigt sich, dass nicht nur Hunde soziale Generalisten sind. Auch Büsis können tiefe Bindungen zu einer anderen Spezies eingehen. Sie sind also sozialer als bisher angenommen. 

 

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. September 2019 11:35
aktualisiert: 24. September 2019 14:35