25 Jahre Kostümsammelei gehen zu Ende

Fabienne Engbers, 3. Februar 2017, 05:37 Uhr
Seit fast auf den Tag genau 25 Jahren betreibt Josiane Huber ihren Kostümverleih in einer Garage in Gossau. Nun geht sie langsam aber sicher in Pension und verkauft ihre 2000 Kostüme nach und nach.

Vom Piraten über den Indianer bis zur Dirndlträgerin und den Osterhasen - sie alle finden bei Josiane Huber in ihrem Kostümverleih in Gossau ihr passendes Kostüm. Seit 1992 konnte man dort Kostüme mieten. Nun ist damit Schluss. Josiane Huber verkauft nun ihre Kostüme statt sie zu vermieten. Damit kann sie ihr «Baby» Schritt für Schritt verkleinern und langsam loslassen.

Ladenverkauf war nie ein Thema

Statt ihre Kostüme nach und nach zu verkaufen, hätte Josiane Huber ihre Kostüme auch einfach im Ganzen an einen Nachfolger vererben können. Das kam für die 62-Jährige aber nie in Frage. «Der Kostümverleih ist ein Teil von mir, ein Verkauf war nie eine Option. Ausserdem hätte ich dann alles erfassen und perfekt übergeben müssen, das wollte ich nicht», sagt sie. Die Kostüme, die jetzt noch im Laden hängen, sind teilweise Unikate und bereits 15 Jahre alt. Wie viele es noch sind, weiss Josiane Huber nicht. «Irgendwann nach 2000 Kostümen habe ich aufgehört, zu zählen.» Zu den Kostümen kommen noch mindestens genauso viele Perücken, Kronen, Revolver, Masken und Hüte.

Sich selbst verkleiden, macht Josiane Huber auch Spass

Josiane Huber kennt jedes ihrer Kostüme und hat dazu eine persönliche Verbindung. Ihr Lieblingskostüm ist der Osterhase, weil er einfach «so herzig» ist. Nebst den vielen Kostümen, die sie verleiht, besitzt sie auch selbst einige. «An meinem 60. Geburtstag ging ich als Geisterfrau, ich habe eine Halloweenparty veranstaltet», erinnert sie sich. Auch die Fasnacht macht ihr Spass. «Ich werde sicher wieder am Gossauer Umzug dabei sein, für Maskenbälle bin ich aber zu alt», lacht sie.

«Der Laden ist wie ein drittes Kind»

Dass Josiane Huber den Laden nach 25 Jahren nach und nach verkleinert, macht ihr nichts aus. «Der Laden ist wie ein drittes Kind für mich und mit dem stetigen Verkauf kann ich langsam loslassen», sagt Josiane Huber. «Wenn die Kostüme den Besitzer wechseln, dann werde ich auch ein Teil ihrer Geschichte.» Immer wieder kämen Kunden nach dem Kostümkauf und würden Josiane Huber erzählen, wie schöne Feste sie in ihren Kostümen gefeiert hätten.

Josiane Huber hat teilweise auch Unikate in ihrem Laden, so wie dieses Rokoko-Gewand. (Bild: FM1Today)
Josiane Huber hat teilweise auch Unikate in ihrem Laden, so wie dieses Rokoko-Gewand. (Bild: FM1Today)

Bis anhin läuft der Kostümverkauf gut

Seit letztem Jahr verkauft Josiane Huber ihre Kostüme, statt sie wie früher zu vermieten. Der Verkauf läuft gut. «Ich habe fast gleich viele Kostüme verkauft, wie früher vermietet», sagt die 62-Jährige. Zuerst hatte sie Angst, dass sie ihre Stammkunden verärgern würde. «Diese kaufen nun die Kostüme, statt sie zu mieten, das macht ihnen zum Glück nichts aus.» Ein Kostüm kostet im Schnitt zwischen 70 und 80 Franken, das ist nur ein wenig mehr, als die Miete früher gekostet hat.

«Ich habe keinen Stress»

Der Kostümverleih in Gossau geht jetzt, wo die Fasnacht richtig losgeht, in die heisse Phase. Ab dem 8. Februar hat Josiane Huber ihren Verleih immer von Mittwoch bis Samstag am Nachmittag geöffnet. Sie hofft, auch dieses Jahr wieder ein paar hundert Kostüme zu verkaufen. Sind bis zur Pensionierung im Jahr 2019 aber noch viele Kostüme da, will Josiane Huber weitermachen. «Ich habe ja keinen Stress, ich kann auch bis 67 oder 68 weitermachen. Solange es noch genug Auswahl hat, will ich den Kostümverleih noch offen lassen. Im letzten Jahr gibt es dann einen Totalausverkauf.»

Der Beitrag von TVO - Das Ostschweizer Fernsehen

Fabienne Engbers
veröffentlicht: 2. Februar 2017 06:29
aktualisiert: 3. Februar 2017 05:37