Deutschland

Berliner Humboldt Forum soll Kolonialgeschichte aufarbeiten

16. Dezember 2020, 16:30 Uhr
Nicht nur um die Fassade wird und wurde ausführlich debattiert - auch die Ausstellung im Humboldt Forums sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen: Im Rahmen der Eröffnung ging es erneut um die kolonialgeschichtliche Vergangenheit der Exponate. Foto: Fabian Sommer/dpa
© Keystone/dpa/Fabian Sommer
Zur digitalen Eröffnung des Humboldt Forums (19.00 Uhr) haben sich Verantwortliche für eine offensive Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte in dem Berliner Zentrum für Kultur, Kunst und Wissenschaft ausgesprochen.

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht mit dem Humboldt Forum «Raum im Herzen der deutschen Hauptstadt» für einen «gleichberechtigten Dialog der Kulturen».

Die Namensgeber Wilhelm und Alexander von Humboldt seien «für die Annäherung an das Fremde für uns heute Vorbilder und Vordenker mit ihrer Lust, die Welt anzuschauen, über die Grenzen der eigenen Weltanschauung hinweg mit ihrer Neugierde dem Fremden zu begegnen, ohne es abzuwehren oder abzuwerten», sagte die CDU-Politikerin.

Generalintendant Hartmut Dorgerloh sagte, das Humboldt Forum fühle sich verpflichtet, «sich für demokratische Werte, Meinungsfreiheit und Toleranz einzusetzen». Es solle eine internationale Dialogplattform für globale kulturelle Fragen entstehen. Mit Blick auf die noch verschlossenen Türen sagte Dorgerloh, nur mit Öffentlichkeit werde der neue Ort im Zentrum des Stadt lebendig.

Nach sieben Jahren Bauzeit soll das Projekt hinter der teilweise rekonstruierten Barockfassade des Berliner Stadtschlosses in drei Etappen bis Ende 2021 eröffnet werden. Das im Krieg beschädigte alte Stadtschloss war 1950 von der kommunistischen Führung der DDR gesprengt worden. An der Stelle wurde später der Palast der Republik der DDR errichtet, der bis 2008 abgerissen wurde. Die Kosten für den Neubau in Höhe von 677 Millionen Euro wurden zu rund 105 Millionen aus privaten Spenden gedeckt.

Das Humboldt Forum nutzen künftig zwei Museen der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, das Land Berlin und die Humboldt-Universität. Gezeigt werden sollen Exponate etwa aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Dezember 2020 16:20
aktualisiert: 16. Dezember 2020 16:30