Das werden die Oscar-Gewinner sein

René Rödiger, 24. Februar 2019, 11:31 Uhr
In der Nacht auf Montag werden in Los Angeles zum 91. Mal die Oscars vergeben. Wir verraten dir jetzt schon, wer einen Preis nach Hause nehmen kann. Und wer ihn eigentlich verdient hätte.

Zugegeben: Das sind jetzt alles Spekulationen. Aber es gibt im Vorfeld der Oscar-Verleihung immer einige Indikatoren, die auf den künftigen Gewinner hinweisen. Seien es Publikumserfolge, frühere Preise oder das richtige Thema des Films zur richtigen Zeit. Hier gibt es die Übersicht der wichtigsten Kategorien mit unserer Einschätzung:

Bester Film

Nominiert sind
- «Black Panther»
- «BlacKkKlansman»
- «Bohemian Rhapsody»
- «The Favorite»
- «Green Book»
- «Roma»
- «A Star Is Born»

- «Vice»

Gewinnen wird

«Roma»: In der Kategorie «Bester Film» dürfte es einen Zweikampf zwischen «Roma» und «Green Book» geben. Die beiden Filme haben super Kritiken bekommen und bisher alle wichtigen Preise abgeräumt. Wobei «Roma» mit der Auszeichnung von der Directors Guild of America den Preis der Regisseure bekommen hat. Und diese machen nun mal einen grossen Teil der Jury in dieser Kategorie bei den Oscars aus. Gegen «Roma» spricht, dass er von Netflix kommt. Der Reflex gegen «den grössten Feind des Kinos» ist bei manchen Leuten halt immer noch gross. Ausserdem hat der Film gewisse Längen und ist untertitelt. Sollte «Roma» gewinnen, wäre es der erste nicht-englischsprachige Film, der in der Königskategorie den Oscar bekommt.

Sollte gewinnen

«Roma»: Ja, der Film hat Längen. Ja, der Film ist nur in einigen kleineren Kinos gelaufen, damit er überhaupt für die Oscars zugelassen werden konnte. Aber die Story, basierend auf der Kindheit des Regisseurs Alfonso Cuarón, ist super. Kein anderer nominierter Film wird dem Publikum noch so lange in Erinnerung bleiben. Ein Film, der einen Oscar mehr als verdient hat.

Beste Regie

Nominiert sind
- Spike Lee – «BlacKkKlansman»
- Pawel Pawlikowski – «Cold War»
- Yorgos Lanthimos – «The Favorite»
- Alfonso Cuarón – «Roma»

- Adam McKay – «Vice»

Alfonso Cuarón hat mit «Roma» ein Meisterwerk abgeliefert. (Bild: Keystone/Joel C Ryan/Invision/AP)
Alfonso Cuarón hat mit «Roma» ein Meisterwerk abgeliefert. (Bild: Keystone/Joel C Ryan/Invision/AP)
© Keystone/Joel C Ryan/Invision/AP

Gewinnen wird

Alfonso Cuarón: Mexiko dominierte in den letzten Jahren Hollywood. Cuarón könnte den Oscar für die beste Regie zum fünften Mal innert sechs Jahren nach Mexiko bringen. Gefährlich könnte Cuarón nur Spike Lee werden. Mit «BlacKkKlansman» kommt Lee wieder an die ganz grossen Filme seiner früheren Schaffungsphase ran. Ausserdem hat er noch nie einen Oscar gewinnen können, obwohl er schon fünf mal nominiert war. Cuarón hingegen hat bereits 2014 («Gravity») einen Oscar bekommen. Da werden wohl nicht wenige Jury-Mitglieder ihre Stimme Lee geben.

Sollte gewinnen

Spike Lee: Dass Cuarón einen Oscar für «Roma» verdient hätte, steht ausser Frage. Doch was Spike Lee mit «BlacKkKlansman» abgeliefert hat, ist richtig grosse Regiekunst. Selbstverständlich wäre ein Oscar für Lee auch eine Art Wiedergutmachung für all die fehlende Anerkennung seines Frühwerks: «Do The Right Thing», «Mo' Better Blues» oder «Malcolm X».

Beste Hauptdarstellerin

Nominiert sind
- Yalitza Aparicio – «Roma»
- Glenn Close – «The Wife»
- Olivia Colman – «The Favorite»
- Lady Gaga – «A Star Is Born»

- Melissa McCarthy – «Can You Ever Forgive Me?»

Gewinnen wird

Glenn Close: Man mag es kaum glauben, aber Glenn Close war schon sechs Mal für einen Oscar nominiert, gewonnen hat sie ihn noch nie. Für den Film «The Wife» ist die Nominierung von Glenn Close die einzige Chance auf einen Oscar. Natürlich hat die Schauspielerin mit Olivia Colman und Lady Gaga starke Konkurrenz. Den Oscar wird sie trotzdem nach Hause nehmen dürfen.

Sollte gewinnen

Glenn Close: Close sollte den Oscar nicht nur gewinnen, weil sie ihn endlich einmal verdient hätte. Nein, Close macht «The Wife» überhaupt erst sehenswert. Natürlich hat sie in Jonathan Pryce, der ihren Mann spielt, auch einen unglaublich guten Gegenpart.

Bester Hauptdarsteller

Nominiert sind
- Christian Bale – «Vice»
- Bradley Cooper – «A Star Is Born»
- Willem Dafoe – «At Eternity's Gate»
- Rami Malek – «Bohemian Rhapsody»

- Viggo Mortensen – «Green Book»

Rami Malek konnte als Freddy Mercury überzeugen. (Bild: Keystone/Alex Bailey/Twentieth Century Fox via AP)
Rami Malek konnte als Freddy Mercury überzeugen. (Bild: Keystone/Alex Bailey/Twentieth Century Fox via AP)

Gewinnen wird

Rami Malek: Malek hat im Vorfeld schon alle wichtigen Preise abgeräumt. Auch alle Jury-Mitglieder, die sich bisher zur Wahl geäussert haben, haben klar gemacht, dass sie Malek wählen werden. Malek machte aus einem doch eher durchschnittlichen Film ein Erlebnis. Es wäre sehr überraschend, wenn in dieser Kategorie jemand anders gewinnen würde.

Sollte gewinnen

Christian Bale: Bale ist ein Ausnahme-Schauspieler. Ein wahres Chamäleon. Wie er in die Rolle von Dick Cheney geschlüpft ist, verdient jeden Preis.

Beste Nebendarstellerin

Nominiert sind
- Amy Adams – «Vice»
- Marina de Tavira – «Roma»
- Regina King – «If Beal Street Could Talk»
- Emma Stone – «The Favorite»

- Rachel Weisz – «The Favorite»

Gewinnen wird

Amy Adams: Ihre Rolle als Lynne Cheney, die Ehefrau des ehemaligen Vize-Präsidenten Dick Cheney, spielt Adams so brilliant, dass alle anderen Protagonisten fast in den Hintergrund gedrängt werden. Dabei drängt sie sich dem Zuschauer nie auf, sie zieht ihn mit ihrer unaufgeregten Art in den Bann.

Sollte gewinnen

Amy Adams: «Beste Nebendarstellerin» ist wohl jene Kategorie, in der die Wahl am schwierigsten ist. Alle Nominierten glänzen in ihrer Rolle. Emma Stone und Rachel Weisz werden sich wohl gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Doch Adams hat den Oscar verdient. Dass sie bei den Golden Globes leer ausging, ist fast schon eine Schande.

Bester Nebendarsteller

Nominiert sind
- Mahershala Ali – «Green Book»
- Adam Driver – «BlacKkKlansman»
- Sam Elliott – «A Star Is Born»
- Richard E. Grant – «Can You Ever Forgive Me?»

- Sam Rockwell – «Vice»

Gewinnen wird

Mahershala Ali: Die grosse Diskussion gibt es hier nur, wieso Mahershala Ali überhaupt in der Nebendarsteller-Kategorie und nicht als bester Hauptdarsteller nominiert worden ist. Ali dürfte den zweiten Oscar innert drei Jahren («Moonlight») auf sicher haben.

Sollte gewinnen

Richard E. Grant: Grant ist ein unglaublicher Schauspieler. Er spielt jede Rolle mit solcher Hingabe, dass der Schauspieler dahinter fast in Vergessenheit gerät. Und plötzlich ist er wieder mit einer noch besseren Rolle zurück.

René Rödiger
veröffentlicht: 24. Februar 2019 11:31
aktualisiert: 24. Februar 2019 11:31