Der Outfit-Knigge für das Oktoberfest

Erika Pál, 23. September 2015, 16:43 Uhr
Seit Samstag wird in München wieder so richtig gesoffen, gefressen, getanzt und geflirtet. Getreu dem Motto: Sehen und gesehen werden. Kleider-technisch geht da einiges. Was richtig und was falsch ist, seht ihr am Beispiel unserer freiwilligen Statisten.
AP Photo/Matthias Schrader

Wir legen los mit FM1 Morgenanchor Chäller. Ein traditionell bayrisches Mannsbild.

 

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Auf den ersten Blick dürfte er so die heiligen Bierzelte des Oktoberfests betreten. Doch schauen wir mal genauer hin.

    • Seine Hosenträger, auch Geschirr genannt, sind robust und halten was aus. Wäre er ein Mitglied eines Vereins, wären seine Hosenträger bestickt. So unterscheidet man,

      aus welchem Dorf der Träger stammt. Chäller hat Stegträger in H-Form. Es gibt auch Zopfträger, diese sind in V-Form.

    • Die Tradition verlangt ein weisses Hemd. Das sogenannte Pfoad «is a boarisches Hemat». Doch der modebewusste Mann von heute darf auch anders. In diesem Jahr liegen neben den klassischen Trachtenfarben (Tannengrün, Kirschrot, Blau oder Braun) modische Pastellfarben im Trend. Chäller trägt Lila-Pastell. Ein Volltreffer also.

 

 

  • Seinen Unterleib steckt in einer klassischen sämischen Hirschlederhose, die in München angefertigt wurde. Die traditionsreiche Lederhose hat viele kleine Details, die sie einzigartig machen. Der Hosenlatz ist ein weiteres Merkmal. Dieser ist oft mit farbenfrohen Stickereien verziert.

lederhosen-latz-zu

 

  • Einfach mal durchlüften und den Hosenlatz offen tragen, geht nicht. Nie. Bitte liebe Männer: Öffnet ihn nur, wenn es mal schnell gehen muss.

lederhosen-latz-offen

Bislang haben wir gelernt, dass die Lederhose sich im Schnitt, Material, Hosenträger und in der Bestickung unterscheidet. Dann wäre da noch die Länge. Diese macht den Unterschied.

  • Die lange Lederhose ist quasi die Ur-Version. Schon die Gletschermumie Ötzi hat so eine getragen.
  • Unten ohne: Die kurze Lederhose endet knapp über den Knien. Damals ermöglichte sie Sennen und Jägern die nötige Beinfreiheit. Heute ist sie auf dem Oktoberfest die meist gesehene Lederhosen-Variante.
  • Was hier fehlt? Genau, Kniestrümpfe oder Strickstutzen, auch Loferl genannt. Chäller trägt keines von beidem. :-
Erika Pál
veröffentlicht: 23. September 2015 09:51
aktualisiert: 23. September 2015 16:43
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