Serie gesucht?

Diese 15 Kultserien kannst du auch heute noch anschauen

Sarah Lippuner, 22. Juni 2020, 07:52 Uhr
Du bist ein echter Serienjunkie und hast das Gefühl, schon alles gesehen zu haben? Dann gibt es hier einige Serienklassiker, für die sich das Einschalten auch heute noch lohnt.

Die zahlreichen Streamingplattformen sind Schuld daran, dass wir so richtig süchtig nach Serien geworden sind. Das Gefühl, jeden Abend etwas Vertrautes und doch etwas Neues zu schauen, kann kein Film geben. Die Seriencharaktere begleiten uns über Jahre mit ihren Geschichten und Witzen, bis es sich beinahe so anfühlt, als wären sie reale Freunde. Als echter Serienjunkie verstehst du natürlich zahlreiche Anspielungen auf Kultserien, oder? Die Süddeutsche Zeitung empfiehlt dazu 15 Serienklassiker, die uns auch heute noch fesseln. Falls du noch weitere Tipps kennst, rein damit in die Kommentare.

Doctor Who (1963 bis 1989, 2005 bis heute)

Matt Smith spielt die 11. Regeneration des Doctors.

© BBC/Sydney Newman

Das Konzept der am längsten laufenden und erfolgreichsten Science-Fiction-Serie lässt sich nicht kleinkriegen, wenn der Hauptdarsteller keine Lust mehr hat. Denn die Hauptfigur, der «Doctor», wird seit den 60er Jahren von zahlreichen Personen gespielt. Als Zeitreisender von einem fernen Planeten kann sich der Doctor als eine neue Gestalt regenerieren, sobald er tödlich verwundet wird. Besonders kultig ist auch seine Zeitmaschine, eine blaue Polizei-Notrufzelle, die von innen viel grösser ist, als sie von aussen her scheint.

Die Abenteuer, die der geheimnisvolle Doctor in seit über 40 Jahren Seriengeschicht erlebt, begeistern auch die heutige Generation. Um alle Geschichten nachzuholen, braucht es jedoch ziemlich viel Zeit, ganze 861 Episoden gibt es bereits. Besonders zeitgemäss: Der aktuelle Doctor ist zum ersten Mal weiblich und wird von Jodie Whittaker gespielt.

Wo schauen? Teilweise verfügbar in der ARD Mediathek, Joyn, Maxdome und Amazon

Star Trek (1966 bis 1969, zahlreiche Nachfolgewerke)

Captain Kirk, Mr. Spock und Scotty sind Kult seit den 60er Jahren

© NBC/Gene Roddenberry

Es gibt wohl nur wenige Leute, die ein Fernsehgerät besitzen und noch nie was von Raumschiff Enterprise und seiner Besatzung Captain James T. Kirk und Commander Mr. Spock gehört haben. Auch wenn es heute zahlreiche Remakes und Fortsetzungen der Serie gibt, lohnt es sich, das Original zu schauen – solange man die simplen Special Effects der damaligen Zeit als unterhaltsam empfindet.

Wer von den Missionen in fernen Galaxien in Bann gezogen wird, hat einen grossen Vorteil: Das Star-Trek-Universum ist grenzenlos, die Fans seit über 50 Jahren treu und so kann man immer weiterschauen. Um die Originalserie nachzuholen, braucht es nicht mal so viel Zeit, diese ist «nur» 79 Folgen lang.

Wo schauen? Netflix, Amazon Prime

Dallas (1978 bis 1991)

Affären und Intrigen umgeben das Leben der Familie Ewing.

© CBS/David Jacobs

Intrigen und Affären in einer Familienbande – der perfekte Stoff für jede Seifenoper. Dallas gilt als die Mutter aller TV-Soaps, auch wenn sie nicht die erste war. Die Zuschauer fahren auf der Gefühlsachterbahn mit der Familie Ewing, die ein Öl-Imperium von ihrer Ranch in Dallas aus betreibt.

Die Serie ist bis heute für den wohl berühmtesten Cliffhanger der Seriengeschichte bekannt. Ganze acht Monate mussten die Fans damals warten, bis er aufgelöst wurde. Eine unvorstellbare Qual im heutigen Zeitalter, wo man nur fünf Sekunden auf die nächste Folge warten muss. Wer die 13 Jahre nachschauen möchte, darf sich auf viel Zeit vor dem Fernseher freuen: 357 Folgen à 50 Minuten macht mehr als zwölf Tage am Stück.

Wo schauen? Amazon Prime

Golden Girls (1985 bis 1992)

Rose, Blanche, Dorothy und Sophia muss man einfach gern haben.

© NBC/Susan Harris

Warum sind die meisten Seriendarsteller in ihren Zwanzigern? Wenn man älter ist, hat man doch viel mehr zu erzählen! Mit den «Golden Girls» wurde eine Sitcom geschaffen, die mit Witz und Leichtigkeit (damalige) Tabuthemen wie Alzheimer, Homosexualität, Sterbehilfe, Altersarmut oder AIDS ansprach.

Nur schon das Setting ist mit vier älteren Damen in einer WG einzigartig. Ein bisschen wie «Sex and the City» mit Grossmüttern. Fans der Netflix-Serie «Grace and Frankie» werden bestimmt nicht enttäuscht.

Wo schauen? Zum Kauf bei Apple

Seinfeld (1989 bis 1998)

In Seinfeld geht es um den Alltag von vier Freunden in New York.

© NBC/Larry David, Jerry Seinfeld

Seinfeld gilt als eine der einflussreichsten Sitcoms, die jemals produziert wurden – und ist dennoch im deutschsprachigen Raum nur mässig bekannt. Dabei ist die hohe Gag-Dichte der Serie legendär.

Der Plot klingt banal: Es geht um den Alltag von vier Freunden, die in New York leben. Hier werden Fans von Friends hellhörig; sie wissen, dass so ein Alltag keineswegs langweilig sein kann. Die verschiedenen Handlungsstränge der Folgen und die zahlreichen Running-Gags sind auch heute noch äusserst unterhaltsam.

Wo schauen? Zurzeit muss man noch die DVDs kaufen, Netflix kündigte eine Ausstrahlung ab 2021 an.

Twin Peaks (1990 bis 1991, 2017)

Geheimnisvoll und lustig, diesen Mix gibt es in Twin Peaks.

© ABC/David Lynch, Mark Frost

Twin Peaks gilt als eine der aussergewöhnlichsten Serien der Geschichte. Der Mix aus Krimi, Mystery Horror und Seifenoper (!) ist einzigartig und wurde von Regisseur David Lynch geschrieben, welcher für seine surrealen Filme und Charaktere bekannt ist. Die Serie handelt zu Beginn von einem Mord in der fiktiven Kleinstadt «Twin Peaks», geht dann aber bald zu den Geheimnissen und verworrenen Beziehungen der Stadtbewohner über.

Die mehrmals als «beste Serie» bezeichnete Geschichte zieht sich über – nur – drei Staffeln. Fans empfehlen, zwischen den Folgen Pausen einzulegen, um die vielen Verstrickungen zu ordnen. Das Intro sollte man nicht skippen, da man so schön in die mystische Stimmung versetzt wird.

Wo schauen? Sky, Amazon Prime

Der Prinz von Bel-Air (1990 bis 1996)

Mit der Serie wurde Will Smith weltbekannt.

© NBC/Quincy Jones, Will Smith

Bunte 90er-Klamotten und ein junger Will Smith, der zu seinen reichen Verwandten nach Bel-Air geschickt wird und zu Beginn grosse Anpassungsschwierigkeiten in der prunkvollen Villa der Familie Banks hat. Das gibt es zu sehen in der kultigen 90er-Serie «Der Prinz von Bel-Air».

Die Serie lohnt sich heute nicht nur für ihre Gags, sondern auch wegen der ernsten Themen wie Diskriminierung und Armut, welche humorvoll aber nie respektlos angeschnitten werden. Eine leichte Serie mit sechs Staffeln für alle, die gerne mal wieder in den Neunzigern schwelgen möchten.

Wo schauen? Netflix, Amazon Prime

Akte X (1993 bis 2002, 2016 bis 2018)

Die Fälle der FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder sind äusserst mysteriös.

© Fox/Chris Carter

Wer Verschwörungen und mysteriöse Mordfälle liebt und keine Angst vor sanften Horrorfilmen hat, ist mit «Akte X – die unheimlichen Fälle des FBI» bestens bedient. Die beiden FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder sollen mysteriöse Fälle aufklären und haben dabei verschiedene Blickwinkel: Scully geht mit einer rationalen, wissenschaftlichen Sicht auf die Fälle zu, während Mulder seinem Gefühl folgt – besonders für die 90er-Jahre ein untypisches Rollenbild.

Wer von der Serie gepackt wird, darf sich auf 218 Episoden à 43 Minuten freuen, die Kinofilme kann man sich jedoch schenken. Sensible Gemüter sollten die Serie wohl besser nicht direkt vor dem Schlafen schauen.

Wo schauen? Sky, Maxdome, Joyn

Ally McBeal (1997 bis 2002)

Die Anwältin Ally McBeal glaubt an die grosse Liebe.

© 20th Century Fox Television/David E. Kelley

Gerichtsfälle, Dreiecksbeziehungen und die Frage nach der grossen Liebe – darum geht's in der Anwaltsserie «Ally McBeal». Dabei ist es die egozentrische, charismatische, schlagfertige aber auch verletzliche Anwältin Ally McBeal, die die Serie sehenswert macht.

Auch die Unisex-Toilette als Treffpunkt für konspirative Treffen ist ein gelungener Streich der Autoren. Da mehrere Hauptdarsteller im letzten Drittel der Serie entlassen wurden und einige freiweillig gingen, geht es mit der Serie am Ende jedoch stark abwärts.

Wo schauen? TVnow, DVD

The Sopranos (1999 bis 2007)

Tony Soprano ist ein mächtiger Mafiaboss, der zu einer Psychotherapeutin geht.

© HBO/David Chase

Ein Mafiaboss, der zu einer Psychotherapeutin geht – nur mit diesem Satz weiss man: Das muss grossartig sein. Ist es auch! The Sopranos wurde von der Writers Guild of America auf Platz 1 der 101 besten Serien gewählt. Um nicht als schwach zu gelten, verheimlicht Mafiaboss und Familienoberhaupt Tony Soprano seinen Mafia-Kollegen, dass er zu einer Psychotherapeutin geht.

The Sopranos wirft eine ganz andere Perspektive auf die Mafia und zeigt ihre menschliche Seite. Der Hype um die Serie in sechs Staffeln ist bis heute nicht abgeklungen.

Wo schauen? Sky, zum Kauf bei Amazon Prime und Apple

Six Feet Under (2001 bis 2005)

Besonders kultig sind die skurillen Todesarten in der Serie.

© HBO/Alan Ball

Schwarzer Humor verbindet alle Fans der Serie «Six Feet Under» – denn sechs Fuss tief, 1,80 Meter – werden die zahlreichen Toten vom Bestattungsunternehmen der Familie Fisher begraben. Das Unternehmen wird von den Söhnen Nate und David geführt, dabei dreht sich die Serie zunehmend um die Geheimnisse der einzelnen Familienmitglieder.

Kultig sind die skurrilen Todesarten, durch die ihre «Kunden» jeweils zu Beginn einer Folge umkommen. Im Vegleich zu Knetmaschinen und gefrorenem Urin aus einem Flugzeug wirken sonstige Krimiserien ziemlich unkreativ.

Wo schauen? Sky, zum Kauf bei Amazon Prime

Scrubs (2001 bis 2010)

Scrubs ist das pure Gegenteil einer typischen Krankenhausserie.

© NBC/Bill Lawrence

Scrubs muss man als «Krankenhausserie» bezeichnen, obwohl sie das eigentlich überhaupt nicht ist. Die Sitcom spielt zwar in einem Spital, aber ohne dramatische Notfallszenen und kitschige Sterbemomente. Es geht um das Leben der Charaktere, deren Beziehungen und Entwicklungen und vor allem um ganz, ganz viel Humor. Die Tagträume von Assistenzarzt J.D., die kreativen Wutreden von Oberarzt Dr. Cox und der oberste Chef, Dr. Kelso, ein Egozentriker, dem alles total egal ist, machen die Serie zum Kult.

Die 182 Episoden haben eine angenehme Sitcom-Länge von 22 Minuten, ab der 7. Staffel verliert die Serie jedoch leider an Qualität, was jedoch kein Grund ist, sie nicht anzufangen.

Wo schauen? Zum Kauf bei Amazon Prime und Apple

The Wire (2002 bis 2008)

The Wire zeigt die verschiedenen Perspektiven um eine Drogenszene.

© HBO/David Simon

Auch «The Wire» wird immer wieder als «beste Serie aller Zeiten» betitelt. Vordergründig geht es um die Drogenszene in Baltimore, wobei Verdächtige abgehört («wire» bedeutet übersetzt auch Abhörgerät) werden. Eigentlich geht es aber vor allem um den Niedergang einer Stadt, der mit irre vielen Protagonisten und Handlungssträngen erzählt wird. Eine grosse Bereicherung sind dabei die vielen Perspektivenwechsel, so wird die Drogenszene aus Sicht von Polizisten, Gangs, Politikern oder auch Lehrern beleuchtet.

Jede komplexe Folge dauert eine Stunde, mit insgesamt 60 Folgen gibt das eine mitreissende Zeitbeschäftigung für die kommenden Wintermonate.

Wo schauen? Sky, Zum Kauf bei Amazon Prime

Lost (2004 bis 2010)

In Lost geht es ums nackte Überleben und um viele Rätsel.

© ABC/Bad Robot Productions/Grass Skirt Productions

Der Einstieg in Lost ist hart und reisst den Zuschauer von der ersten Folge an mit. Nach einem Flugzeugabsturz landet man mit einer grösseren Gruppe von Überlebenden auf einer einsamen Insel. Hier geht es erst ums nackte Überleben und um die psychische Belastung, die eine solche Situation auslöst. Sehr bald geschehen auf der Insel jedoch mysteriöse Dinge und es tauchen Zahlenkombinationen auf, die von einem Rätsel zum nächsten führen.

Die Serie begeistert mit ihren verstrickten Handlungssträngen und Flashbacks sowie der Entwicklung ihrer Charaktere. Man muss allerdings ein Interesse an übernatürlichen Dingen haben, um bei den sechs Staffeln dabeizubleiben.

Wo schauen? Amazon Prime, zum Kauf bei Apple

The Office (2005 bis 2013)

Michael Scott ist nur einer der Charaktere, welche The Office zur Kultserie machen.

© NBC/Ricky Gervais, Stephen Merchant

Kritiker sind sich einig, dass die amerikanische Version der ursprünglich britischen Serie «The Office» die bessere ist. Auch die deutsche Version «Stromberg» soll nicht an die US-Serie herankommen. Dies liegt vor allem an Michael Scott, der über 40-jährige Chef, welcher sein Büro nach Launen und Ideen wie von einem Fünfjährigen führt. Die Serie machte den Mockumentary-Stil populär und ist einfach nur unglaublich witzig.

Der fade Büroalltag einer Firma, die mit Papier handelt, ist der Schauplatz von kultigen Büro-Streichen, Intrigen, Romanzen und grossartigen Ideen – zum Beispiel einer Disco-Cafeteria – die wir zu gern auch in unserem Büro umsetzen würden. Die Serie mit neun Staffeln liefert übrigens die Vorlagen für so viele Memes, die noch witziger werden, wenn man die Serie kennt.

Wo schauen? Im amerikanischen Netflix, zum Kauf bei Amazon Prime

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Juni 2020 17:14
aktualisiert: 22. Juni 2020 07:52