Gian und Giachen sind zurück - in einem Kinderbuch

Laurien Gschwend, 3. November 2016, 06:27 Uhr
Die zwei berühmtesten Steinböcke im FM1-Land, Gian und Giachen, sind zurück! In einem neuen Kinderbuch von Graubünden Ferien treffen sie auf den furchtlosen Hasen Vincenz. Am Mittwoch wurde die neue Kampagne in Chur vorgestellt.

Witzig, kultig und ziemlich frech. Seit acht Jahren repräsentieren Gian und Giachen die Ferienregion Graubünden. Die beiden Steinböcke wurden bekannt durch TV-Spots und zierten in den vergangenen Saisons so manche Werbekampagne. In diesem Winter versuchen Gian und Giachen, einen Hasen ohne jegliche Angst aus der Reserve zu locken.

«Denke ich an Graubünden, habe ich keine Angst»

Das Kinderbuch «Gian und Giachen und der furchtlose Schneehase Vincenz» ist seit einem Monat erhältlich - vorerst in einer Auflage von 10'000 Exemplaren. «Der Verkauf läuft sehr gut», freut sich Martin Vincenz, CEO von Graubünden Ferien. Dass der Schneehase den gleichen Namen trägt wie er, sei lange vor seinem Stellenantritt bekannt gewesen. Eine Gemeinsamkeit erkenne er aber: «Ich bin in gewisser Weise auch furchtlos - denke ich an Graubünden, habe ich keine Angst», so der Tourismusdirektor an der Buch-Vernissage am Mittwochabend.

Am Ende ist alles gut

«Am Anfang sind wir Schisshasen, und am Schluss sind wir es nicht mehr», beschreibt Claudio Zuccolini, der Sprecher von Gian, die Handlung. Nach vielen Abenteuern gebe es schliesslich ein Happy End - «wie es sich für ein Kinderbuch gehört».

Sergio Greco, «Giachen», mag eine Szene besonders. Die beiden Steinböcke glauben einfach nicht, dass Vincenz vor nichts Angst hat. Also versuchen sie, den kleinen Schneehasen mit einem Schneemann zu erschrecken.

«In Graubünden sind alle verwandt»

«Habt ihr eigentlich auch privat viel miteinander zu tun?», fragt Olivier Berger, Moderator an der Buch-Vernissage, die beiden Steinbock-Sprecher. «In Graubünden sind doch alle irgendwie verwandt», witzelt Gian. «Nein, nein, jeder macht sein eigenes Ding», kontert Giachen. «Deshalb kommt es bei uns auch nie zu einer Trennung wie bei Brangelina oder Sarah und Pietro.» Das Publikum lacht.

«Wo macht ihr denn eigentlich Ferien?», möchte der Moderator schliesslich wissen. «Natürlich in Graubünden! Eine dümmere Frage gibt's nicht», antwortet Gian schlagfertig.

Kinder freuen sich über Kult-Steinböcke

Sind die beiden Comedians mit reisserischen Fernsehspots bekannt geworden, so ist das Kinderbuch um einiges zahmer - aber nicht weniger lustig und charmant. Es sei eine sehr dankbare Aufgabe, mit den Kindern und ihren Eltern zu interagieren. Bei der Vernissage für Kinder am Mittwochnachmittag sei es «abgegangen wie eine Rakete», sagt Zuccolini. Man habe die kultigen Steinböcke endlich einmal live erleben können.

«Gian und Giachen sind typische Bündner»

Dass schon acht Jahre die gleichen zwei Figuren in der Werbung vorkommen, ist kein Zufall. «Gian und Giachen sind typische Bündner: Etwas stur, ‹berglerisch›, trittsicher und bereit, sich durchzusetzen», erklärt sich Vincenz den Erfolg. Graubünden habe es geschafft, sich durch die beiden Charaktere zu differenzieren.

Illustratorin aus Marseille

Amélie Jackowski hat das Buch illustriert. Sie stammt aus Marseille in Südfrankreich - Steinböcke sucht man in ihrer Heimat vergebens. Um sich mit dem Kanton Graubünden vertraut zu machen, reiste sie nach Pontresina, ins Val Roseg und zum Berninapass. «Ich finde, mit dem Kinderbuch lernt man die wunderbare Kulisse, in der Gian und Giachen leben, sehr gut kennen», so Jackowski.

Man habe zu Beginn auch nach Bündner beziehungsweise Schweizer Künstlern gesucht, die das Kinderbuch zeichnen. Amélie Jackowski sei mit ihren Arbeiten herausgestochen. «Ich würde meinen Stil als ‹Old School› bezeichnen - mit modernen Elementen», sagt sie gegenüber FM1Today.

«Sicht von aussen ist ganz gut»

«Nachdem Amélie Jackowski ausgewählt wurde, musste sie noch einiges lernen», sagt Martin Vincenz. Sei es im ersten Moment darum gegangen, sich von Steinbock-Experten das nötige Fachwissen anzueignen, habe die Französin die Tiere später noch «in echt» beobachtet. Dass Jackowski nicht aus der Schweiz stammt, sei kein Nachteil gewesen. «Manchmal ist es ganz gut, wenn jemand die Sicht von aussen hat», findet der Tourismuschef.

Spagat zwischen Werbung und Buchhelden

Herausgegeben wird «Gian und Giachen und der furchtlose Schneehase Vincenz» vom Nordsüd-Buchverlag. Es sei anspruchsvoll gewesen, die Interessen des Auftraggebers zu berücksichtigen und gleichzeitig zwei werbungsunabhängige Helden zu schaffen, so ein Sprecher des Verlags.

zvg

Natürlich erleben Gian und Giachen nicht ohne Hintergedanken neue Abenteuer mit dem Schneehasen Vincenz. «Wir hoffen, über das Kinderbuch die Eltern zu erreichen», sagt Martin Vincenz. Jeder Ausgabe liege eine Broschüre mit Ferienangeboten bei. «Zu unseren wirtschaftlichen Zielen gehört letztlich auch, die Hotelbetten zu füllen.»

Hier kannst du «Gian und Giachen und der furchtlose Schneehase Vincenz» bestellen. Das Buch ist in Deutsch, Rätoromanisch und Englisch erhältlich.

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 3. November 2016 06:27
aktualisiert: 3. November 2016 06:27