Deutschland

Künstlern brechen in Corona-Krise auch die Tantiemen weg

28. Oktober 2020, 12:26 Uhr
dpatopbilder - Hunderte Personen haben sich am Königsplatz in München zu einer Demonstration versammelt. Unter dem Motto «Aufstehen für die Kultur» erinnern Künstler an die schwierigen Lebenssituationen, die aus der Coronakrise für viele Kulturschaffende entstanden sind. Foto: Lino Mirgeler/dpa
© Keystone/dpa/Lino Mirgeler
Weltweit brechen Künstlern in der Corona-Krise nicht nur die Einnahmen aus Auftritten, sondern auch aus Tantiemen weg. Für das laufende Jahr sei von einem Einbruch um 20 bis 35 Prozent auszugehen, erklärte der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften CISAC am Mittwoch.

Das entspricht dem Wegfall von 2 bis 3,5 Milliarden Euro. «Millionen von Urhebern verlieren gerade ihre Lebensgrundlage», beklagt Ex-Abba-Star und CISAC-Präsident Björn Ulvaeus. Die Unsicherheit sei heute noch grösser als vor der Krise. Der Chef der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema, Harald Heker, sprach von «dramatischen» Zahlen. Am stärksten betroffen sei dabei der Live-Bereich mit Einbussen von bis zu 80 Prozent in manchen Ländern.

Allerdings haben die Urheber noch einen Aufschub: Die gesunkenen Einnahmen werden sich laut Heker erst im kommenden Jahr voll bemerkbar machen, wenn die Ausschüttungen für 2020 erfolgen. Dann werde sich die prekäre Situation für sie aber weiter zuspitzen. Sowohl Heker als auch Ulvaeus fordern daher Hilfen der Politik.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. Oktober 2020 12:25
aktualisiert: 28. Oktober 2020 12:26