Kultur

Wer hat das schönste Museums-Füdli?

6. August 2020, 15:37 Uhr
Museen auf der ganzen Welt stellen sich aktuell die Frage, welches von ihnen das schönste Füdli ausgestellt hat. Unter dem Hashtag «BestMuseumBum» zeigen die Kunsthäuser in den Sozialen Medien ihre besten Stücke. Wir haben bei Ostschweizer und Bündner Museen nachgefühlt.

Kunst kann auch sexy sein. Das stellen aktuell Museen aus der ganzen Welt unter Beweis. Das britische Yorkshire Museum forderte auf Twitter andere Kunsthäuser dazu auf, ihre schönsten Hinterteile zu wählen und zu teilen. So soll auch in Zeiten von Corona Aufmerksamkeit auf die Kunsthäuser gelenkt werden. Unter dem Hashtag «BestMuseumBum» präsentieren Museen aus Italien, Frankreich, den USA und Japan ihre vorzeigbarsten Hinterteile. Die Varietät reicht von Statuen und Gemälden bis zu Fotografien oder gar Alltagsgegenständen, welche an einen Po erinnern.

Hübsche Rückansicht vom Kunstmuseum Thurgau

Inspiriert von der Aktion schickt auch das Kunstmuseum Thurgau ein Hinterteil ins Rennen: «Nu de dos au mimosas» heisst das Kunstwerk von Camille Bombois aus dem Jahre 1932. «Eigentlich erübrigt sich jeglicher Kommentar, denn das Bild spricht für sich», schreibt Cornelia Mechler, Leiterin Verwaltung, Marketing und PR des Museums. «Es ist definitiv der schönste Po weit und breit! Darüber hinaus stammt er von einem der wichtigsten Vertreter der klassischen französischen Naiven.»

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© Camille Bombois: Nu de dos au mimosas, um 1932, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm, Kunstmuseum Thurgau

Venus und Sumo im Historischen und Völkerkundemuseum

Das Historische und Völkerkundemuseum stellt gleich zwei Prachtsexemplare zur Auswahl: Eine Elfenbein-Figur, die zwei Sumo-Ringer zeigt, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. «Für Sumoringer sind die zwei Herren ausgesprochen schlank», sagt Peter Müller, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Museums. Das zweite Ausstellungsstück ist das Fragment einer Venus-Figur aus Terrakotta, zurückdatiert auf das zweite oder dritte Jahrhundert. «Wie sah wohl die ganze Venus aus? Wir würden es zu gern wissen», sagt Müller.

Bündner beweisen Lokalpatriotismus

Das Bündner Kunstmuseum zeigt, dass ansehnliche Hinterteile nicht nur an menschlichen Körpern zu finden sind. Die Bündner wählen eine Fotografie des St.Moritzer Künstlers Florio Puenter, welche die Rückseite eines Autos mit einem Bündner Nummernschild zeigt.

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© Florio Puenter, A.S., 2000, © Bündner Kunstmuseum Chur

Auch das Kunstmuseum St.Gallen zeigt sein schönstes Hinterteil

Mittlerweile ist auch das Kunstmuseum St.Gallen auf den Füdli-Zug mitaufgesprungen. Auf Twitter schreibt das Museum «Challenge accepted» und postet das Gemälde namens «Susanna im Bade» von Franz Stuck. «Wir haben einfach das schönste Fudi ausgewählt», sagt Gloria Weiss, Kommunikationsleiterin des Kunstmuseums.

Den Hype um die Challenge habe sie bisher aber nicht mitbekommen – und zweifelt an dessen Aussagekraft. «Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man in den Museen Bestrebungen unternimmt und sich organisiert. Die ‹Night of Light›, welche Ende Juni durchgeführt wurde, war ein gutes Beispiel dafür. Ob man die selbe Aufmerksamkeit mit Hinterteilen erreicht, wage ich zu bezweifeln.»

(dab)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. August 2020 16:35
aktualisiert: 6. August 2020 15:37