Zum 300. eine Brücke

Fabienne Engbers, 6. Juli 2017, 16:43 Uhr
Das Fürstentum Liechtenstein wird 300 Jahre alt. Zu diesem Anlass beschenkt es sich selbst - mit einer Hängebrücke und einem Wanderweg. Die Brücke steht nicht nur für die Verbindung von Oberland und Unterland und der Weg führt durch alle Gemeinden.

Klein aber oho - das trifft auf das Fürstentum Liechtenstein sicherlich zu. Deshalb feiert das Ländle seinen 300sten auch nicht im kleinen Rahmen, sondern ganz gross. «Nur alle hundert Jahre haben wir die Möglichkeit, ein Jahrhundert zu feiern», sagt Regierungsrätin Aurelia Frick. Nebst einem ausgedehnten Reichsfeiertag sollen die Liechtensteiner im Jahr 2019 zum Geburtstag einen Jubiläums-Wanderweg und eine «300 Jahre Liechtenstein-Brücke» erhalten. Diese ist bereits in Planung.

Eine Hängebrücke zum Geburtstag

Die geplante Hängebrücke entsteht auf einem Wanderweg. Sie führt über eine Schlucht zwischen dem Unterland und dem Oberland und verbindet so auch die zwei Teile des Landes. «Sie soll gleichzeitig auch ein Symbol einer Brücke zwischen jung alt und gestern und morgen sein», so Frick.

Die Brücke ist Teil des Jubiläumswegs und wird von den elf Liechtensteiner Gemeinden getragen. «Die Gemeinden wollten sich am Jubiläum beteiligen, sie wollten aber nicht einfach nur Geld spenden, sondern selbst etwas machen, was bleibt», sagt Aurelia Frick. So hat man das Jubiläum zweigeteilt - den Jubiläumsweg mit der Brücke realisieren die Gemeinden, die Festivitäten werden vom Land ausgerichtet.

1,2 Millionen Franken kostet der Bau der Hängebrücke. Sie wird nur für Fussgänger begehbar sein, Radfahren ist auf der nicht einmal einen Meter breiten Brücke verboten.

Seit Jahrzehnten haben alle Gemeinden im Liechtenstein kein gemeinsames Projekt mehr realisiert. «Ich glaube, das ist ein historischer Schritt, mit dem wir zusammenrücken und wieder einmal schauen, was wir sind und was wir erreicht haben», sagt Frick.

Kritische Stimmen sind bereits da

Noch bevor die Öffentlichkeit am Donnerstag vollumfänglich über den Jubiläumsweg durch das Ländle informiert wurde, erhoben sich bereits kritische Stimmen aus der Bevölkerung. Viele machten sich Sorgen um den Wildschutz oder die Natur. «Bei jedem Projekt gibt es kritische Stimmen, das gehört dazu», sagt Aurelia Frick. Der Wildschutz oder ein Naturschutzgebiet sei durch die Brücke aber nicht in Gefahr, sagten die Verantwortlichen an der Pressekonferenz.

Aurelia Frick ist erfreut darüber, dass die Bevölkerung so interessiert am Projekt sei und sich einmische. «Für neue Ideen und Anregungen der Leute steht meine Bürotür immer offen.»

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Zurück- und Vorausschauen

«So eine Feierlichkeit hält unser Land dazu an, innezuhalten, in die Vergangenheit zu schauen, sich zu fragen wo man steht und wo man hin will», sagt Regierungsrätin Aurelia Frick. Die Feier soll daher auch unter dem Motto «gestern, heute, morgen» stattfinden. «Die Bevölkerung ist dazu angehalten, sich zu fragen, wo sie unser Land in vierzig Jahren sieht, wenn unsere Kinder so alt sind wie wir.»

Ein Teil der fürstlichen Sammlung wird im liechtensteinischen Kunstmuseum gezeigt, ein erweiterter Staatsfeiertag und eine Auftaktveranstaltung am 23. Januar. An diesem Tag vor 300 Jahren hat man das Liechtenstein zum Reichsfürstentum ernannt und es damit faktisch gegründet.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 6. Juli 2017 16:42
aktualisiert: 6. Juli 2017 16:43