Psychologie

Lieblingsfarben sagen kaum etwas über die Persönlichkeit aus

20. Dezember 2021, 10:06 Uhr
Die Lieblingsfarbe sagt entgegen der weit verbreiteten Meinung nichts über die Persönlichkeit eines Menschen aus. Das geht aus einer Studie im Fachmagazin «Personality Science» hervor.
«Sag mir deine Lieblingsfarbe und ich sage dir, wer du bist»: Diese Aussage lässt sich gemäss einer Studie wissenschaftlich nicht belegen.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Es gibt viele Behauptungen, wonach die Vorliebe für eine Farbe etwas über die innere Natur eines Menschen aussagt. Diese Aussagen würden vielfach als Tatsachen dargestellt, obwohl wissenschaftliche Belege fehlen würden, schreiben die Forschenden um Domicele Jonauskaite von der Universität Wien, die zuvor an der Universität Lausanne tätig war. Deshalb untersuchten sie nun, inwiefern diese Behauptungen einer wissenschaftlichen Untersuchung standhalten.

Als Datengrundlage sammelten sie zuerst im Internet aufgeschaltete Aussagen darüber, wie Lieblingsfarben mit Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängen. So hiess es beispielsweise, dass Personen, deren Lieblingsfarbe rot, orange, gelb, rosa oder türkis ist, extrovertiert sind. Auch Merkmale wie Gewissenhaftigkeit, Offenheit und Kreativität lassen sich demnach mit der Lieblingsfarbe erklären. Insgesamt fanden die Forschenden auf den sechs untersuchten Webseiten elf angebliche Zusammenhänge.

Farbpräferenzen sagt nichts über Charakter aus

Die Forschenden prüften diese Behauptungen in einer Online-Umfrage mit rund 300 Psychologiestudentinnen und -studenten. Sie erfragten, was deren Lieblingsfarbe ist und welche Farbe sie am wenigsten mögen. Zudem liessen sie die Teilnehmenden einen Persönlichkeitstest absolvieren, der unter anderem Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und Offenheit erfasst.

Demnach sprechen die Ergebnisse gegen die Vorstellung, dass Farbpräferenzen irgendetwas über Charaktereigenschaften aussagen: «Die Frage nach der Lieblingsfarbe gibt entgegen der landläufigen Meinung kaum Aufschluss über die Persönlichkeit eines Menschen», schliessen die Forschenden.

https://doi.org/10.5964/ps.6297

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Dezember 2021 10:07
aktualisiert: 20. Dezember 2021 10:07
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