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Rezepte

Aus Guetzliresten feine Desserts machen

Fabienne Engbers, 28. Dezember 2020, 10:41 Uhr
Vor wenigen Tagen haben wir die Weihnachtsguetzli noch verschlungen, als gäbe es kein Morgen. Mittlerweile sind Mailänderli, Brunsli und Zimtsterne hart. Doch statt sie wegzuschmeissen, kann man die Guetzlireste zu feinen Desserts verarbeiten.

Tiramisu mit Lebkuchen, Nussgipfel aus Chräbeli oder Schichtdessert mit Mailänderli - mit den alten, harten Guetzli sollte man auf gar keinen Fall den Mülleimer füttern! Wir haben uns mal schlau gemacht und präsentieren einige Rezepte für die Resteverwertung par excellence.

Nussgipfel mit Guetzli-Füllung

  Das Rezept stammt aus dem Heftli für Luzerner Bäuerinnen und ganz ehrlich: Wenn Bäuerinnen nicht mehr fein backen, wer tut es dann? Also, für die Guetzli-Füllung kann man ganz verschiedene alte Kekse nehmen, zum Beispiel Chräbeli, Brunsli, Mailänderli, Vanillekipferl oder Zimtsterne.  

Für die Füllung mischt man 180 g gemahlene Haselnüsse mit 50 g Guetzlibrösmeli. Dann kocht man einen dl Wasser, 100 g Zucker und den Saft einer halben Zitrone auf. Alles mit der Schale der Zitrone und Gewürzen nach Belieben mischen und über Nacht auskühlen lassen.

Für den Hefeteig der Nussgipfel einen halben Hefewürfel (21 g) in 2 bis 3 EL Zucker flüssig werden lassen. Dann mit 250 g Mehl und einer Prise Salz mischen. 50 g Butter mit einem Schuss Milch warm werden lassen, dann zugeben. Ein Ei dazu schlagen und den Teig kneten. Dann den Teig in eine Schüssel geben und auf das Doppelte aufgehen lassen.

Danach den Teig rund auswallen und in Sechstel schneiden. Die Füllung mit den Guetzliresten gleichmässig verteilen und zu Gipfeli rollen. Bei 200 Grad 20 bis 25 Minuten backen. Wer die Gipfeli glasieren will, mischt dafür ein wenig Zitronensaft mit 5 EL Puderzucker und allenfalls etwas Wasser und bestreicht die Gipfeli damit.

Cake Pops

Sie sind zwar ein bisschen 2016, aber Cake Pops sind ein super Mitbringsel - wenn man genug Zeit hat. Für die Herstellung von Cake Pops nimmt man seine Guetzlireste (250 g) und mischt sie mit Puderzucker (nach Belieben) und Mascarpone (200 g). Die Masse formt man zu Kugeln und steckt sie auf Stäbchen. Dann kann man die Cake Pops mit Kuchenglasur, Streuseln und Marzipan ganz nach dem eigenen Geschmack verzieren.

Cake Pops aus Guetzli-Resten sind lecker und das Rezept ist extrem simpel. (Bild: istock)

Mousse au Chocolat mit Makronen

Du hast dir so viel Mühe gemacht, um schöne Kokos-Makrönli zu backen und jetzt zerstäuben sie, wenn man drauf beisst? Die Form dürfen sie leider nicht behalten, in einem Mousse au Chocolat sind sie aber sicherlich gut aufgehoben.

Für das gehaltvolle Reste-Dessert beträufelt man 100 g Makronenreste (fein zerbröselt) mit 2 cl Amaretto. Dann 25 g Vollmilchkuvertüre und 75 g Zartbitterkuvertüre über dem heissen Wasserbad schmelzen. Die Schokolade vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen. Währenddessen schlägt man 220 g Sahne steif. Dann in dünnem Strahl die Kuvertüre unterheben und dabei 1 cl Rum hinzufügen. Die Sahne-Schoko-Masse mit den schnapsigen Makronenbröseln mischen, in Gläser füllen und vor dem Servieren mindestens 2 Stunden kühl stellen. Fertig ist das Schoko-Mousse mit Kokos-Touch.

Wir gehen davon aus, dass man statt Makronen auch Mandelguetzli oder Totenbeinli nehmen könnte. Mehr spezielle Rezepte zur Reste-Verwertung gibt's hier.

Tortenboden aus Krümeln

Geschmacksneutralere Guetzli wie Mailänderli oder Sablés eignen sich ausgezeichnet, um daraus einen Tortenboden für Cheesecake oder andere Torten zu basteln. Dazu einfach 200 g Guetzli zerbröseln und mit etwa 80 g geschmolzener Butter mischen. Die klebrige Mischung in die vorgesehene Springform geben und kühl stellen. Statt Butter kann man übrigens auch Schokolade (etwa 100 g) nehmen. Hat man noch ein wenig mehr Keksreste, kann man diese als Streusel über der Torte verteilen. Und zack sind die Rest restlos verwertet.

Cheesecake mit frischen Beeren - oder Äpfeln, wer es saisonaler mag. (Bild: istock)

Tiramisu und Schichtdessert

Das gleiche Prinzip wie beim Tortenboden wird auch beim Tiramisu verwendet. Dein Lieblings-Tiramisu ganz normal zubereiten und einfach die Löffelbiskuits durch zerkleinerte Keksreste ersetzen. Für ein Kaffee-Tiramisu eignen sich Lebkuchen, Zimtsterne und alle Guetzli, die mit Schokolade gemacht wurden. Für ein Früchte-Tiramisu kann man Schokokekse oder Butterguetzli verwenden.

Auch Schichtdesserts werden so ganz einfach hergestellt. Man nehme zerbröselte alte Guetzli und lege sie zuunterst in ein Dessert-Glas. Dann kommt darauf eine Schicht Früchte-Kompott. Darauf wiederum eine Schicht Crème (zum Beispiel eine Mascarpone-Crème oder eine Quark-Crème), dann wieder Keks-Krümel. Wer genug lange Gläser hat, kann diese Reihenfolge mehrmals wiederholen. Mehr Ideen findet man auch hier.

Dem Schichtdessert aus Guetzli-Resten sieht man gar nicht an, dass es aus Resten besteht. (Bild: istock)

Fabienne Engbers
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. Januar 2019 13:00
aktualisiert: 28. Dezember 2020 10:41