Montags-Blues

Experte erklärt: Deshalb macht uns der Montag so viel Mühe

22. November 2020, 12:02 Uhr
Der Start in die neue Woche läuft nicht immer Rund. (Symbolbild)
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An Montagen brauchen die meisten besonders viel Motivation, um aus dem Bett zu kommen. Laut Experten gibt es für den Montags-Blues verschiedene Gründe.

«It's just another manic monday», hiess es schon im Hit der «The Bangels» aus dem Jahr 1986. Auch 34 Jahre später ist der «manische Montag» noch ein Thema, das die Gesellschaft beschäftigt. Am Sonntagabend neigt sich das Wochenende seinem Ende zu und der Montag hängt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der frühaufstehenden, arbeitenden Bevölkerung. Der oftmals beschwerliche Start in die neue Woche ist laut Experten auf diverse psychologische Gründe zurückzuführen, berichtet die Huffington Post.

Der natürliche Rhythmus steht Kopf

Für Personen, welche von Montag bis Freitag arbeiten, bieten Samstag und Sonntag die Zeit der Erholung. An diesen Tagen tendieren wir dazu, zu anderen Zeiten ins Bett zu gehen und wieder aufzustehen. «Zusätzlicher Schlaf an den Wochenenden ist gut aber das Schlafmuster alle fünf bis sechs Tage zu ändern, kann den natürlichen Rhythmus des Körpers stören», sagt der New Yorker Neuropsychologe Sanam Hafeez. Trotz einer guten Nachtruhe am Sonntag könne man sich somit am Montag noch schläfrig fühlen. 

Verlorene Freiheit

Der meistverbreitete Grund für den Montags-Hass sei, dass der Tag auf zwei Tage voller Freiheit und Vergnügen folge, sagt Hafeez. «Auch wenn Wochenenden stressig sein können gibt es viele Momente der Entspannung. Die Änderung der Gefühlslage kann den Montag für einige sehr schwierig machen.»

Fehlende Job-Liebe

Ein weiterer Grund für den schweren Start in die Woche ist die fehlende Liebe zum Job. «Ein fordernder Vorgesetzter oder unfreundliche Mitarbeiter können dazu führen, dass schon am Sonntagabend Gefühle der Angst aufkommen», sagt Hafeez. Auch für Angestellte, die ihren Job mögen, können zusätzliche Stressfaktoren wie beispielsweise die Coronakrise den Wochenstart erschweren.

Fehlende Work-Life-Balance

Für Personen, welche viel arbeiten, können negative Montagsgefühle ein Zeichen der Psyche und des Körpers sein, dass man eine Pause einlegen sollte. «Auch wenn man seinen Job liebt, braucht man Pausen. Wird nur der Sonntag als Pause genutzt, kann es sein, dass die Person sich nicht bereit fühlt, in die neue Woche zu starten», sagt der Neuropsychologe.

Soziale Ängste

Montags-Probleme können durch soziale Ängste ausgelöst werden, also die Angst mit anderen interagieren zu müssen und in einem Umfeld zu sein, wo man mit anderen verglichen wird. «Bei sozialen Wesen führt die Pause von der Hauptquelle der sozialen Angst - also der Arbeit - zu mehr Angst. Am Sonntagabend kann diese wieder auftauchen.»

Ein Leben für das Wochenende

Ist für jemanden das Wochenende alles, was zählt, kann der Montag das Ende des «wahren Lebens» bedeuten. Diese Personen würden Arbeitsleben und Wochenende strikt trennen, sagt Hafeez. «Jemand, der sein Leben auf diese Weise lebt, wird immer Schwierigkeiten mit Montagen haben, bis er einen Weg findet, die beiden Leben zu verbinden.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. November 2020 12:02
aktualisiert: 22. November 2020 12:02