Wein

Mit diesen Tipps glänzt du beim nächsten Dinner

Marija Lepir, 25. Juli 2022, 19:43 Uhr
Was ist ein guter Wein? Muss ein toller Wein immer teuer sein? Und wie serviere ich Wein überhaupt richtig? In diesem Artikel finden Laien alles, um künftig beim Thema Wein zu glänzen.
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Quelle: FM1Today/Marija Lepir

Suchst du deinen Wein auch danach aus, wie gut dir die Etikette gefällt? Von Wein Ahnung zu haben, ist gar nicht so einfach. Geht es um den edlen Tropfen, gilt es weit mehr zu beachten als nur den Jahrgang und die Herkunft. Wir haben Tipps zusammengetragen – quasi frisch abgezapft vom Profi.

Was ist ein guter Wein? 

Wein ist Geschmackssache und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Für Bernadette Schönenberger, Leiterin Ladengeschäfte beim Weinhändler Martel, können folgende Punkte einen «guten» Wein ausmachen: «Der Wein sollte harmonisch sein. Für mich ist es wichtig, dass die Balance zwischen Frucht, Säure und Gerbstoff stimmt und auch der Alkohol sollte gut eingebunden sein. Er sollte druckvoll sein aber trotzdem Leichtigkeit und Frische haben.»

Erkenne ich einen guten Wein an der Etikette?

Hat man wirklich keine Ahnung von Wein, bietet die Etikette durchaus Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann. «Je genauer die Herkunftsbezeichnung auf der Etikette ist, desto hochwertiger der Wein», sagt Weinkennerin Bernadette Schönenberger.

Auch der Jahrgang ist ein guter Orientierungspunkt: Nicht jedes Weinjahr ist gleich. Oftmals ist es nicht einmal eine Frage von gut oder schlecht, sondern eher eine Frage der Stilistik des Weins. «In warmen Jahren ist der Wein eher etwas weicher, runder und charmanter. In kühleren Jahren ist er eher straffer.»

Ein Beispiel einer aussagekräftigen Etikette. Von oben nach unten: Das Weingut, der Winzer, die Traubensorte, die Prädikatsstufe (sagt etwas über die Süsse aus) und der Jahrgang. Auf der hinteren Etikette findet sich auch noch der Alkoholgehalt. 

© FM1Today/Marija Lepir

Anhand des Alkoholgehalts kann man ebenfalls herausfinden, ob der Wein einem eher zusagt. «Mag man eher kraftvolle oder opulente Weine, kann man auf einen mit mehr Volumenprozent zurückgreifen.» Bei einem tieferen Alkoholgehalt wurde die Gärung gestoppt, was den natürlichen Restzuckergehalt erhält und den Wein süsser und lieblicher macht.

Gut zu wissen betreffend Weinsorte: Stehen mehrere Sorten auf der Etikette, ist die erste in er Liste die dominanteste. Steht nur eine Sorte darauf, kann man davon ausgehen, dass mindestens 85 Prozent des Weins von dieser Traubensorte stammen.

Muss guter Wein teuer sein?

Guten Wein gibt es in allen Qualitätsstufen, findet die Weinkennerin. «Wenn ich einen teureren Wein habe, habe ich natürlich auch einen anderen Anspruch. Die aromatische Vielschichtigkeit ist da sicher grösser und er hält länger an. Am wichtigsten ist aber, dass man den Trinkspass hat. Auch unkomplizierte Weine können Emotionen wecken.»

Übrigens: Der Verschluss der Glasflasche (Korken oder Drehverschluss) sagt nichts über die Qualität des Weins aus.

Ist Tetrapackwein wirklich schlechter?

Nur weil ein Wein im Tetrapak verkauft wird, ist er nicht automatisch schlecht(er). «In gewissen Regionen würde so ein Wein vielleicht auch in Flaschen abgefüllt werden. In der Regel sind das aber industriell hergestellte und keine handwerklichen Charakterweine», so der Weinprofi. Bei der Herstellung von Tetrapak-Weinen wird nicht gross aussortiert, alles läuft standardisiert ab. Schlussendlich sei aber auch das eine Frage der Präferenz.

Wir haben einigen Test-Personen aus unserer Redaktion Tetrapackwein und edlen Wein zum Probieren gegeben. Schmecken sie den Unterschied? Sieh es dir im Video an.

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Quelle: FM1Today/Marija Lepir

Wie serviere ich Wein richtig?

Je kraftvoller ein Wein ist, desto höher sollte die Serviertemperatur sein. So können sich die Aromen bestens entfalten.

  • Schaumwein serviert am besten wenn er zwischen 6 bis 7 Grad kalt ist
  • Weisswein zwischen 6 und 13 Grad
  • Rotwein zwischen 14 bis 18 Grad

Grundsätzlich sollte der Wein immer etwas kühler gelagert werden, denn warm wird er im Glas ohnehin. «Bei einem Rotwein, besonders wenn er schwer ist, würde ich ihn nicht wärmer als 18 Grad lagern. Wenn er zu warm wird, dehnt sich auch der Alkohol aus. Dann kann er plötzlich etwas brandig und unharmonisch wirken.»

Welche Rolle spielt das Glas?

Jedem Weintrinker, jeder Weintrinkerin empfiehlt Bernadette Schönenberger, ein gutes Glas zu kaufen, möglichst tulpenförmig. Dabei müsse man nicht extra separate Rot- und Weissweingläser beschaffen. Ein gutes Universalglas tut es auch. Wichtig ist aber, dass es möglichst dünnwandig ist. «Das Genusserlebnis wird deutlich erhöht, da zwischen den Lippen und dem Wein nicht mehr viel ist.»

Es reicht, wenn man ein gutes Universalglas besitzt. Wichtig ist, dass es dünnwandig ist. Je mehr Platz der Wein darin hat, desto besser entfalten sich die Aromen. 

© FM1Today/Marija Lepir

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Juli 2022 09:15
aktualisiert: 25. Juli 2022 19:43
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