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Wegen Studie

Spielzeug beeinflusst Kinder: Lego will die klassischen Geschlechterrollen abbauen

11. Oktober 2021, 18:45 Uhr
Spielzeughersteller Lego hat angekündigt, geschlechterspezifische Stereotypen bei seinen Spielzeugen abzuschaffen. Dies als Antwort auf eine eigens in Auftrag gegebene Studie, die zum Schluss kam, dass die Art des Spielzeuges viel zu oft die Entwicklung des Kindes beeinflusst.
Mädchen sollen vermehrt mit Lego spielen.
© Imago

Mädchen werden selbstbewusster und auch offener für unterschiedliche Aktivitäten, wenn sie mit Lego-Sets spielen, die traditionell den Buben zugeschrieben werden. Umgekehrt trifft das jedoch nicht zu, über 70 Prozent der befragten Buben haben Angst, dass sie ausgelacht werden, wenn sie mit «Meitli-Spielzeug» spielen. Besonders bedenklich ist, dass auch die befragten Eltern dieser Meinung sind. Das sind Ergebnisse der Studie.

Madeline Di Nonno, vom Geena Davis Institute on Gender in Media, die die Studie für Lego durchgeführt hat, sagt gegenüber dem «Guardian»: «Die Eltern machen sich eher Sorgen, dass ihre Söhne dafür gefoppt werden, weil sie nicht mit den typischen Spielzeugen spielen. Das ist ein Teil des Problems.»

Vorurteile noch immer tief verankert

Weiter sei problematisch, dass männliches Verhalten in der Gesellschaft höher angesehen wird als weibliches. Noch immer würden Eltern eher ihre Söhne dazu ermutigen, Sport zu machen oder eine Karriere in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) anzustreben.

«Die Resultate zeigen, wie tief verankert noch immer diese Vorurteile in unserer Gesellschaft sind», sagt Oscargewinnerin Geena Davis, die das Institut 2004 gegründet hatte.

Die Neurobiologin Gina Rippon sagt: «Wir ermutigen zwar vermehrt Mädchen, mit ‹Buben-Sachen› zu spielen, aber leider noch immer nicht umgekehrt.» So würden «Trainings-Chancen» vergeben.

Nur noch geschlechtsneutrale Lego-Sets

Und hier kommt wieder Lego als Auftraggeber der Studie ins Spiel. Julia Goldin, Produktechefin und Marketingleiterin der Lego Gruppe, sagt: «Traditionellerweise war Lego eher ein Buben-Spielzeug. Wir versuchen nun vermehrt, geschlechtsneutrale Sets zu veröffentlichen.»

Beim grössten Spielzeughersteller der Welt gibt es deshalb keine «für Mädchen»- oder «für Buben»-Spielzeuge mehr. Auf der Website kann man nicht mehr nach Geschlecht suchen. «Wir testen alles bei beiden Geschlechtern und setzen einen Fokus auf weibliche Vorbilder», sagt Goldin. «Unser Job ist es, Mädchen und Buben für Spielzeuge zu begeistern, die traditionell ‹nicht für sie› wahrgenommen werden.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Oktober 2021 18:44
aktualisiert: 11. Oktober 2021 18:45