Krokodilstränen?

Amber Heard weint bei erster Zeugenaussage gegen Johnny Depp

5. Mai 2022, 22:11 Uhr
Der Prozess zwischen den beiden Ex-Eheleuten Amber Heard und Johnny Depp will kein Ende nehmen. Nachdem sich Depp vor rund einer Woche hinter das Zeugenpult setzten musste, war gestern Heard an der Reihe.
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Quelle: CH Media Video Unit / Katja Jeggli

Am Mittwoch setzte sich die 36-jährige Amber Heard in dem Zivilprozess gegen den «Fluch der Karibik»-Star zum ersten Mal in den Zeugenstand. Der Prozess ist seit rund drei Wochen in vollem Gange, ArgoviaToday hat bereits darüber berichtet. Sie erhob schwere Vorwürfe, teils unter Tränen, gegen Johnny Depp. «Ich bin hier, weil mein Ex-Ehemann mich verklagt», wie Heard zum Auftakt ihrer Befragung gegenüber ihre Anwältin sagte. Für sie sei es schrecklich, über Wochen hinweg alles wieder zu erleben und über ihr bereits vergangenes Kapitel mit Depp zu sprechen.

Probleme bereits zu Beginn der Beziehung

Wie sie im Zeugenstand erzählt, gab es zwischen den Ex-Eheleuten bereits zu Beginn ihrer Beziehung Probleme. So beschrieb Heard im Zeugenstand einen Vorfall, der sich im Jahr 2012 ereignete. Depp soll Heard unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol geschlagen haben, als sie über eine Tätowierung an seinem Arm sprachen. Zuerst habe sie es für einen schlechten Witz gehalten, doch Depp soll ihr dreimal hintereinander ins Gesicht geschlagen haben. Wie sie weiter erzählt: «Das veränderte mein Leben.» Unter Tränen habe sich Depp danach bei ihr entschuldigt und versprochen, dass ein solcher Vorfall nie wieder vorkommen wird.

Rund zwei Stunden lang stand Heard ihrer Anwältin Rede und Antwort. Laut ihren Aussagen soll Depp vor allem im Rausch von Alkohol und Drogen handgreiflich geworden sein. Es soll auch zu sexueller Gewalt gekommen sein, wie die «Aquaman»-Schauspielerin bezeugt. Ebenfalls erzählte sie im Zeugenstand, dass es mehrere Male zu verbalen Auseinandersetzungen kam. So soll er sie mehrere Male als «Hure» beschimpft haben und ihr grundlos vorgeworfen haben, dass sie ihn betrüge. Die Anwälte von Heard zeigten auch Fotos der Schauspielerin, welche auf körperliche Gewalt hinwiesen.

Keine Emotionen bei Depp, dafür bei Heard

Während ihrer Zeugenaussage fing Heard immer wieder an zu weinen. Kritisiert wurde die tränenreiche Darbietung der Schauspielerin vor allem in den sozialen Medien. Viele bezeichneten ihren Auftritt als «gespielt» und ihr Schluchzen als «Krokodilstränen». Auch soll sie laut einigen Twitter-Kommentaren mehrere Passagen aus dem Film «Gone Girl» in ihre Aussage eingebaut haben.

Während sich Heard vor Emotionen kaum halten konnte, sass Depp während den Aussagen fast regungslos auf seinem Platz. Er vermied den Blickkontakt und hielt seinen Kopf meist gesenkt. In seiner viertägigen Aussage im Zeugenstand unter Eid bestritt Depp, dass er Heard jemals geschlagen habe. Dass es während der Beziehung oft zu Streit kam, stritt der 58-Jährige jedoch nie ab. «Ich kam nie an den Punkt, an dem ich gegen Miss Heard oder eine andere Frau handgreiflich wurde», betonte Depp.

(mbr)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 5. Mai 2022 15:43
aktualisiert: 5. Mai 2022 22:11
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