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Konsumentenschutz

Corona hinterlässt auch Spuren auf Ärgerliste der Konsumenten

8. Dezember 2020, 11:13 Uhr
Dieses Jahr haben sich die Konsumenten am häufigsten über Konsumverträge beschwert. Wegen der Corona-Einschränkungen gingen bei den Beratungsstellen unzählige Fragen und Beschwerden zu verweigerten Rücktrittsrechten und sistierten Dienstleistungen ein.
Insbesondere bei Smartphones und Laptops würden oft Garantieleistungen verweigert, sagen die Konsumentenschützer - worauf die Verbraucher den «unmöglichen Beweis erbringen» müssten, dass die Defekte bereits beim Kauf bestanden hätten. (Symbolbild)
© Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Dies zeigt die gesamtschweizerische Ärgerliste, welche die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen - der Deutschschweizer Konsumentenschutz, die Westschweizer FRC und die Tessiner ACSI - am Dienstag veröffentlichten. Wie jedes Jahr trugen sie ihre Beratungsanfragen, Beschwerden und Meldungen zusammen und erstellten das Ranking.

Ärger Nummer eins waren demnach dieses Jahr Vertragsrücktritte und Garantieverweigerung. Über ein Drittel der Beratungsanfragen und Meldungen betraf Probleme aus Konsumverträgen.

Wegen der Corona-Pandemie habe es enorm viele Anfragen und Beschwerden gegeben bezüglich sistierten Dienstleistungsverträgen oder Rücktrittsrecht bei Reisen und Veranstaltungen, heisst es in einer Medienmitteilung. Nicht selten sei der Kundschaft dieses Recht erschwert oder verunmöglicht worden.

«Unmöglichen Beweis erbringen»

Viele Hilfesuchende hätten sich an die Beratung gewandt wegen Garantieverweigerung. Insbesondere bei Smartphones und Laptops würden oft Garantieleistungen verweigert, worauf die Konsumenten den «unmöglichen Beweis erbringen» müssten, dass die Defekte bereits beim Kauf bestanden hätten.

Ärger Nummer zwei betraf aggressive und unlautere Verkaufsmethoden. Wie jedes Jahr sei die Zahl der Beschwerden wegen unerwünschter Werbeanrufe und anderer unlauterer Verkaufsmethoden sehr hoch.

Auf dem dritten Platz in der Ärgerliste findet sich dieses Jahr der öffentliche Verkehr. Zu den üblichen Beschwerden und Beratungsanfragen wegen Verspätungen, unfreundlichem Personal oder Problemen mit den öV-Apps hätten sich aufgrund der Corona-Pandemie aussergewöhnlich viele zusätzliche Anfragen gesellt.

«Kundenunfreundlicher» öV

Denn die SBB und andere Transportunternehmen sowie die «Alliance SwissPass» hätten sich mit ihren «kundenunfreundlichen» Rückerstattungsregeln bei nichtbenutzten Verbund-, Strecken- oder Modulabos «sehr unbeliebt» gemacht, schreiben die Konsumentenschützer.

Auf den weiteren Plätzen folgen Ärger mit Versicherungen - im Corona-Jahr speziell die Reiseversicherungen -, Ärger mit unerlaubten Forderungen von Inkasso-Firmen sowie Ärger wegen mannigfaltigen Problemen mit den Telekom-Anbietern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Dezember 2020 10:08
aktualisiert: 8. Dezember 2020 11:13