USA

Diese Stars kämpfen gegen Rassismus

2. Juni 2020, 11:15 Uhr
Es bleibt nicht nur bei Worten. Hollywood-Stars teilen ihre Angst, ihre Wut. Sie fordern Veränderung. Der Kampf gegen Rassismus hat sie vereint.

Superstars gehen auf die Straße, sie skandieren mit Demonstranten, sie ergreifen bei Kundgebungen das Wort. Die Corona-Krise sorgte auch in Hollywood wochenlang für eine Schockstarre, nun wehren sie sich gegen das, was George Clooney als «unsere Pandemie» beschrieb: «Wir sind alle infiziert und in 400 Jahren haben wir noch keinen Impfstoff gefunden.»

«Bestehen keine Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde»

In einem eindringlichen Essay schreibt der 59 Jahre alte Oscar-Preisträger bei der Nachrichten-Plattform «The Daily Beast» am Montag über systemischen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA. «Es bestehen kaum Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde», sagt der Star über den Tod des 46-jährigen Afroamerikaners nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota vor einer Woche.

Floyds Tod hat Hollywood aufgerüttelt

Einer von vier beteiligten Beamten drückte ihm minutenlang sein Knie in den Nacken. Floyds vermutlich letzte Worte «Ich kann nicht atmen» sind bei weltweiten Protesten zum Schlachtruf von Demonstranten geworden. Clooney schildert andere Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze, wie Rodney King und Eric Garner. Floyds schockierender Tod hat Hollywood aufgerüttelt, nicht nur zu eindringlichen Appellen, Tweets und Spendenaufrufen für Opfer von Rassengewalt.

Foxx fordert Freunde zu mehr Taten auf

Oscar-Preisträger Jamie Foxx («Ray») war am Montag in San Francisco an der Seite der schwarzen Bürgermeisterin London Breed mit einem symbolischen Kniefall bei einem «Kneel-in» dabei. Im American Football hatte Profispieler Colin Kaepernick 2016 mit einer ähnlichen Geste eine Protestwelle gegen Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt in den USA gestartet. Foxx, der vorige Woche schon in Minneapolis demonstriert hatte, forderte seine «Hollywood-Freunde» zu mehr Taten auf. Sie müssten auf die Straße gehen, um den Schmerz der Menschen zu verstehen, statt von Zuhause zu tweeten oder SMS-Botschaften zu verschicken.Dem Aufruf von Foxx sind viele Promis zuvorgekommen.

Von friedlichen Protesten bis zu Übergriffen der Polizei

Schauspielerin Ellen Page teilte am Montag ein Video von einem friedlichen Protest am New Yorker Time Square, Paris Jackson trug am Wochenende ein Schild mit der Aufschrift «Frieden, Liebe, Gerechtigkeit» durch die Straßen von Los Angeles. «Wir haben in Beverly Hills und West Hollywood gesungen», schrieb Sängerin Ariana Grande über ihre Protest-Erlebnisse.

Andere Stars berichteten von Übergriffen der Polizei, die sie am Rande friedlicher Demos erlebt hätten. Sie sei bei Protesten in Los Angeles von Gummigeschossen und Tränengas getroffen worden, schrieb Sängerin Halsey auf Twitter. Dazu verlinkte die 25-Jährige Videos und Fotos zu dem «Horror» auf den Straßen, die Demonstranten dort erlebt hätten. Sie habe viel Blut gesehen und Verletzen geholfen.

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It’s become very clear to me that some of you need to see what I’ve seen. Please swipe through this. These pictures and videos don’t even scratch the surface. It’s easy from the comfort of your home to watch looting and rioting on television and condone the violent measures being taken by forces. But what you don’t see is innocent peaceful protestors being shot at and tear gassed and physically assaulted relentlessly. You think it’s not happening, it’s only the “thugs” and the “riots”, right? The police are keeping you safe right? You’re wrong. This is happening everywhere. And innocent people exercising their rights to speech and assembly are facing violence and abuse of power. With all of our medical professionals being CONSUMED and EXHAUSTED with Covid, there is little to no medical attention available. I have first hand treated men women and children who have been shot in the chest, the face, the back. Some will lose vision some have lost fingers. I have been covered in innocent blood. My father is a black man. My mother is an EMT. This week I had to put those two associations together in ways that have horrified me. This is NOT a virtue signaling post. But I HAVE to show you what I am witnessing with my own eyes. With Trump’s decision today to enforce the mobilization of armed forces on our own citizens, this has escalated beyond your privilege and comfort to not care. Please care. We are begging you to care. This is war on Americans. This is everyone’s problem. Everyone’s. #BLACKLIVESMATTER

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Schauspieler John Cusack (53) postete auf Twitter verwackelte Bilder von einer Demo in Chicago, auf dem bedrohliche Brüllerei zu hören ist. «Die Cops mochten es nicht, dass ich ein brennendes Auto filme, daher kamen sie mit Schlagstöcken auf mich zu», schrieb Cusack auf Twitter. Sie seien auf sein Fahrrad losgegangen.

Unterschiedliche Promis stehen zusammen

Selten haben sich so viele Promis unterschiedlichen Alters, Hautfarbe und Herkunft geschlossen und lautstark hinter eine Sache gestellt, von Justin Bieber, Arnold Schwarzenegger, Celine Dion, Jennifer Lopez, John Legend bis Beyoncé. Der gemeinsame Tenor ist Empörung über Polizeibrutalität, Missachtung von Bürgerrechten und die Benachteiligung von Minderheiten. Doch die Reaktionen von Wut, Angst und Appellen sind vielfältig.

«Das ist so traurig und verstörend», schrieb Reality-Star Kim Kardashian am Montag auf Twitter zu dem Foto eines Mädchens mit schweren Gesichtsverletzungen. Diese Schülerin aus Minneapolis sei von einem Gummigeschoss der Polizei direkt getroffen worden. Kann mir jemand ihren Kontakt beschaffen, fragt Kardashian. Sie wolle für die ärztliche Behandlung aufkommen.

Katherine Heigl will ihre Kinder schützen

Schauspielerin Katherine Heigl (41, «Grey's Anatomy») teilte auf Instagram ihre persönlichen Sorgen, wie sie ihre siebenjährige afroamerikanische Adoptivtochter vor der «bösen abscheulichen Wahrheit von Rassismus» schützen könne. Sie hoffe, dass die Polizisten, die Floyd umgebracht haben, hart bestraft werden, so dass andere Rassisten «zu Tode erschreckt» werden, schreibt die dreifache Mutter.

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Page 2. Rage. I’m not sure what most think justice looks like but right now, to me, it looks like a hard, ugly life in prison for Officer Chauvin and the others who just stood there. On their phone. I want them to pay. I want that payment to be harsh. I want it to be a painful, irrevocable consequence for their evil acts and behaviors and for those consequences to scare the shit out of every other racist still clinging to their small, stupid minded hate. The hate that soothes their weakness and cowardice. The hate that makes them feel powerful and in charge. The hate that distracts them from their meager-ness. There may have been a time when I cared to try to change the mind of a racist. To show them through example and just the right words they are wrong. I don’t care anymore. For their hearts or minds or souls. I don’t care if they die with their ugliness stamped all over them. They can take this shit to their maker and he can deal with them. What I want is for them all to be so scared by Officer Chauvin’s consequences that they are afraid to breathe in the direction of a black man, woman or child. Let alone try to hurt them. I want them to shake in their beds at night for fear that they too could end up like Chauvin. I want him to be an example of what happens to a racist in this country. I am aware that this rage is not very Christian of me. Or is it? Jesus got pretty damn mad at the temple. God brought the floods, the famine, the locust and the pillars of salt. Perhaps rage is part of the divine. Perhaps the heavens want our rage right now. Perhaps our rage is theirs. All I know is that I want it to end. Today. Forever. Whatever it takes.

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Die Polizeibrutalität muss gestoppt werden, fordert Action-Star Arnold Schwarzenegger in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift «The Atlantic». Als er 1968 in die USA eingewandert war, hätten viele Menschen gegen Rassismus demonstriert, schreibt der gebürtige Österreicher. «Wir können die Probleme von Ungleichheit in diesem Land nicht ignorieren.»

«Wir werden dich im November aus dem Amt wählen»

Andere Stars, darunter Sängerin Taylor Swift, wandten sich direkt an den US-Präsidenten Donald Trump, der Demonstranten mit einem gewaltbereiten Militäreinsatz drohte. «Nachdem du während deiner gesamten Präsidentschaft die Feuer der weißen Vorherrschaft und des Rassismus angefacht hast, hast du jetzt die Nerven dazu, moralische Überlegenheit vorzutäuschen und dann mit Gewalt zu drohen?», empörte sich Swift vorige Woche auf Twitter. «Wir werden dich im November aus dem Amt wählen.»

Clooney greift Trump auch unverhohlen an, ohne ihn beim Namen zu nennen. Wir brauchen Politiker, die ihre Bürger gleich behandeln, «nicht Anführer, die Hassdienst und Gewalt schüren», schreibt der Hollywood-Star in seinem Gastbeitrag. «Und es gibt nur einen Weg in diesem Land eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen: Geht wählen.» 

Quelle: dpa
veröffentlicht: 2. Juni 2020 12:56
aktualisiert: 2. Juni 2020 11:15