Beat Breu

«Es war wie ein Überfall»

Angela Müller, 30. August 2019, 16:52 Uhr
Zirkusdirektor Beat Breu hat das Gefühl, jemand habe es auf ihn abgesehen.
Zirkusdirektor Beat Breu hat das Gefühl, jemand habe es auf ihn abgesehen.
© Screenshot/Tele Züri
Die Grosskontrolle seines Zirkus war ein Schock für Beat Breu. Doch weil die Behörden kaum etwas zu beanstanden hatten, schaut er optimistisch in die Zukunft.

«Der Anruf kam, als ich gerade mit meiner Frau unterwegs war», sagt Beat Breu (61) zu Tele Züri. Sofort machte er sich auf den Rückweg, unzählige Beamte untersuchten die Wohnwagen und Ställe. «Es war wie ein Überfall. Fünf Stunden durfte niemand arbeiten.»

In Herblingen bei Schaffhausen, dem aktuellen Standort von Beat Breus Zirkus, haben Beamte der Schaffhauser Polizei, des kantonalen Arbeitsinspektorats und der eidgenössischen Zollverwaltung mit einem Grossaufgebot eine Razzia durchgeführt.

Wie am Freitag bekannt wurde, hatte nur das Schaffhauser Arbeitsinspektorat etwas zu beanstanden. Offenbar hatte Breu in der Hektik vergessen, Arbeitsbewilligungen für einige Artisten einzuholen. «Das gibt höchstens eine kleine Busse», sagt Beat Breu. «Die Razzia blieb ergebnislos, niemand sonst hat etwas gefunden, das nicht in Ordnung gewesen wäre.» Die Schaffhauser Polizei gab bekannt, dass es sich bei der Aktion lediglich um eine Routinekontrolle gehandelt habe.

«Jemand hat es auf mich abgesehen»

Entsprechend bleibt der Vorfall ohne Folgen für Breu. Die Vorstellungen finden statt. Doch, dass ausgerechnet bei ihm, nach so kurzer Spieldauer, eine solch gross angelegte Untersuchung durchgeführt wird, macht ihn stutzig:  «Ich glaube, dass es jemand auf mich abgesehen hat.» Doch wer dies sein könnte und weshalb, lässt er offen.

Keine Tiere und zu wenig Zuschauer

Breus Start mit dem Zirkus verläuft nicht nur wegen der Grosskontrolle harzig. Nach einem vollen Haus bei der Zirkuspremiere in Winterthur kämpft Breu mit mangelnden Zuschauern. «Die Vorstellungen sind zu wenig besetzt, wir brauchen mehr Publikum.» Zurzeit fehlen dem Zirkus die Tiernummern. Breus Kamele und Pferde stehen in der Nähe der Schweizer Grenze in Lustenau. Wegen eines Seuchenfalls  müssen die Tiere 90 Tage in Quarantäne bleiben.

Doch Breu lässt sich nicht unterkriegen: «Ich bin überzeugt, dass es in diesem Land genügend Platz für einen weiteren Zirkus hat. Wir halten durch, denn wir machen es aus Freude.»

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. August 2019 18:29
aktualisiert: 30. August 2019 16:52