Deutschland

Instagram wirft den Wendler raus

11. Februar 2021, 14:24 Uhr
Michael Wendler, Sänger, agiert in der Live-Show «Pocher vs. Wendler - Schluss mit lustig!» bei RTL. Der umstrittene Schlagersänger kann künftig keine Verschwörungserzählungen mehr über Instagram verbreiten. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
© Keystone/dpa/Rolf Vennenbernd
Der umstrittene Schlagersänger Michael Wendler (48, «Egal») kann künftig keine Verschwörungserzählungen mehr über Instagram verbreiten. Der Kanal des 48-Jährigen war am Donnerstag nicht mehr zu erreichen - das soziale Netzwerk hatte ihn gesperrt.

«Wir haben den Instagram Account entfernt, da er wiederholt gegen unsere Richtlinien verstossen hat», sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns Facebook der Deutschen Presse-Agentur.

In den Richtlinien von Instagram heisst es, dass Verletzungen der Regeln dazu führen können, dass Inhalte gelöscht, Konten gesperrt oder andere Beschränkungen vorgenommen werden. «Wir entfernen alle Inhalte, die glaubhafte Bedrohungen oder Hassrede enthalten.» Ernsthafte Bedrohungen der öffentlichen oder persönlichen Sicherheit seien ebenfalls nicht zulässig.

Äusserungen lösten Eklat aus

Auf Wendlers Instagram-Kanal waren nach Ausbruch der Corona-Krise unter anderem Begriffe wie «Fake Pandemie» und «Medienzensur» zu lesen gewesen. Auch hatte er das Netzwerk genutzt, um per Video seinen Job in der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» aufzukündigen. Die Äusserungen hatten im Oktober 2020 einen Eklat ausgelöst, weil der in Florida lebende Schlagerbarde der Bundesregierung «grobe und schwere Verstösse gegen die Verfassung» in der Corona-Krise vorgeworfen hatte. Zudem beschuldigte er Fernsehsender - darunter seinen damaligen Haussender RTL - «gleichgeschaltet» zu sein. RTL distanzierte sich sofort und nannte Wendler einen Verschwörungstheoretiker. Es kam zum Bruch.

Aus «DSDS» rausgeschnitten

Darüber hinaus hatte Wendler Instagram als Forum gewählt, um weitere Skandal-Äusserungen zu verteidigen, die er auf Telegram - einem anderen Netzwerk - gepostet hatte. Dort hatte Wendler Deutschland wegen der Anti-Corona-Massnahmen als «KZ» bezeichnet. Angeblich sei «KZ» eine Abkürzung für «Krisen Zentrum» gewesen, behauptete er später auf Instagram. In der breiten Öffentlichkeit waren die Buchstaben jedoch als Synonym für «Konzentrationslager» wahrgenommen worden.

Nach dem Vorfall verbannte RTL den Schlagersänger endgültig vom Bildschirm und schnitt ihn auch aus «Deutschland sucht den Superstar»-Material, das bereits aufgezeichnet vorlag. Wendlers wenige verbliebene Szenen waren fortan nur noch verpixelt und ohne Ton zu sehen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Februar 2021 14:15
aktualisiert: 11. Februar 2021 14:24