Natascha Kampusch

Natascha Kampusch spricht über den Hass

9. Oktober 2019, 16:41 Uhr
Natascha Kampusch mit ihrem Buch: «Cyberneider: Diskriminierung im Internet».
© Keystone SDA
Entführungsopfer Natascha Kampusch hat viel erlebt und ihr schlug viel Hass entgegen, auch nach ihrer Befreiung. Nach jahrelanger Entführung wird sie im Netz immer wieder angefeindet.

Mehr als acht Jahre lang wurde die damals 10-Jährige vom arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies in Niederösterreich gefangen gehalten. 2006 konnte sie fliehen, ihre Geschichte ging um die Welt.

«Geh doch sterben»

In ihrem neuen Buch «Cyperneider: Diskriminierung um Internet», erzählt Natascha Kampusch nun, wie fest sie in sozialen Medien und Online-Foren beschimpft wird. Beleidigungen wie «Wärst du doch lieber im Keller geblieben» oder «Geh doch sterben», wurden ihr an den Kopf geschmissen. «Man hat mich schon habgierig, mediengeil, verlogen oder als fresssüchtig beschimpft», sagte Kampusch gegenüber Markus Lanz in der ZDF-Show.

Angerempelt und mit bösen Blicken bestraft

Kurz nachdem die Geschichte bekannt worden war, habe ihr enormes Misstrauen entgegen geschlagen, erzählte sie bei Lanz: «Leute haben gemurmelt, auf mich gezeigt.» Auf der Strasse wurde sie absichtlich angerempelt und mit bösen Blicken bestraft.

Unfassbaren Verbrechen

Im Interview mit Markus Lanz versucht die heute 31-Jährige zu erklären: «Diese Emotionalität, die diesem unfassbaren Verbrechen entgegengebracht wurde... die dann auf einmal gegen mich umschlug, weil der Täter nicht mehr lebte.» Kurz nach der Flucht von Natascha Kampusch hat sich ihr Entführer das Leben genommen.

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Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Oktober 2019 16:42
aktualisiert: 9. Oktober 2019 16:41