TV-Show

Schweizer Big-Brother-Kandidaten wollen keine Kameras mehr sehen

Gerry Reinhardt, 4. September 2020, 09:39 Uhr
Was man heute vor allem aus Deutschland kennt, gab es auch mal in der Schweiz: Menschen, die sich fürs Fernsehen einschliessen und von Kameras beobachten lassen wollen – «Big Brother». Vor genau 20 Jahren war das im TV zu sehen.

Nicht nur der TV-Sender von damals, TV3, ist verschwunden, sondern auch die Kandidatinnen und Kandidaten, die damals am 3. September 2000 in den Big-Brother-Container einzogen. Der Sender ging bald darauf Konkurs, die Kandidatinnen und Kandidaten sind in der Versenkung verschwunden. Und das soll auch so bleiben.

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Quelle: TV3

Ostschweizer Kandidatin will nichts mehr von «Big Brother» wissen

Vor allem, wenn es nach der einzigen Ostschweizer Kandidatin Tanja Amman geht, die unter ihrem damaligen Künstlernamen Tanisha ins Big-Brother-Haus zog. Beim Einzug in «Big Brother» war sie 25 Jahre alt und wohnte im Thurgau. Sie hatte zuvor eine Gesangskarriere gestartet und erhoffte sich mit «Big Brother» einen Karriereschub. Der kam dann nicht, ihre Singles blieben in der Hitparade unter ferner liefen. Heute nennt sich Tanisha wieder Tanja und ist eine erfolgreiche Kunstmalerin. Sie wohnt aber nicht mehr im Kanton Thurgau, sondern hat ihr Atelier am Zürichsee eingerichtet. Auf eine Interviewanfrage von FM1Today reagiert sie per Whatsapp freundlich, aber abweisend. «Ich gebe keine Interviews mehr.» Den Grund lässt sie offen. Kein Kommentar dazu.

Tanisha beim Auszug aus dem Big-Brother-Container

© Keystone

Stibe interessiert sich heute nicht mehr für «Big Brother»

Der Einzige, der heute noch gerne über die alte Zeit reden will, ist der Zuger Stefan Dettling, genannt «Stibe». Und er ist es auch, der heute noch auf der Strasse auf seine TV-Abenteuer angesprochen wird. «Immer wieder kommen Menschen auf mich zu und rufen: Du bist doch der Stibe!»

Stibe Stefan Dettling beim Auszug aus dem Big-Brother-Container

© Keystone

Heute ist er 57 und macht nur noch das, was ihm Spass macht. «Ich habe meine Computerfirma verkauft und kann davon gut leben.» Kontakt mit den anderen Big-Brother-Mitgliedern hat er praktisch keinen mehr. «Nur noch sporadisch über Facebook. Treffen gibt es keine.» Auch interessiert er sich nicht mehr für «Big Brother». «Die deutsche Sendung kommt mir zu spät, da schlafe ich meistens schon.»

Stibe und das Bildproblem

Und auch wenn sich Stibe so offen zeigt, sein Problem mit der Vergangenheit kommt hervor, wenn man ihn nach aktuellen Bildern von sich fragt. Die gibt es nämlich nicht. Nicht auf Facebook und auch nicht auf Anfrage. Dafür schickt er uns als Ersatz eine Aufnahme, coronamässig in Maske und Schutzanzug verhüllt (siehe Galerie).

Die Gewinnerin Daniela kämpft gegen den Stempel im Gesicht

Gewonnen hat die Sendung damals nach 106 Tagen «Gefangenschaft» die 29-jährige Daniela aus dem Aargau. Auch sie will nicht mehr auf «Big Brother» angesprochen werden. In ihrem letzten Interview vor 16 Jahren in der NZZ meinte sie: «Ich habe einen Big-Brother-Stempel im Gesicht. Ich will von dieser Geschichte nichts mehr hören.» 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. September 2020 09:30
aktualisiert: 4. September 2020 09:39