Neue Studie

Rosen aus Kenia umweltfreundlicher als aus den Niederlanden – trotzdem lieber Herdöpfelstock

· Online seit 13.02.2024, 17:16 Uhr
Das Geschäft mit den Blumen erreicht in der Schweiz am Valentinstag seinen Höhepunkt. Der Handel mit Blumen belastet die Umwelt, je nach Herstellungsland bestehen jedoch beträchtliche Unterschiede.
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«Ein blumiges ‹I love you› zum...», Nachrichten wie diese versenden namhafte Blumenlieferdienste kurz vor den (insbesondere bei Männern) berüchtigten Daten – Valentinstag, Muttertag und auch Weihnachten – zu Hauf.

Das blumige «I love you» auf der einen Seite, ist jedoch oft ein blumiges «go fu** yourself» auf der anderen: Und zwar adressiert an den Planeten Erde, auf dem die schönen Blümlein wachsen. Das Blumengeschäft hinterlässt einen massiven CO2-Fussabdruck.

Dabei fallen gewisse Blumen mehr ins Gewicht als andere – auch wenn ihr Produktionsland paradoxerweise zehnmal so weit entfernt liegt wie andere. Dies zeigt eine neue Studie.

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Rosen aus Kenia 66 Prozent weniger CO2

Rund 6000 Kilometer trennen die Schweiz und das ostafrikanische Land Kenia, zwischen den Niederlanden und der Schweiz liegen gerade einmal 600. Trotzdem verursachen die in den Niederlanden produzierten Rosen viel mehr CO2 als jene aus Kenia.

Der CO2-Äquivalent für einen Strauss Rosen aus den Niederlanden liegt bei sage und schreibe 27 Kilo, die Rosen aus Kenia verursachen im Vergleich nur 9,3 Kilo. Der Grund: Viel stärker als der lange Transportweg wirkt sich die Herstellung aus.

Die Niederlande sind auf Gewächshäuser angewiesen, um perfekte Bedingungen wie in Kenia herzustellen, was eine enorme Menge Energie für Heizung und Belichtung verschlingt.

Mit lediglich 1,2 Kilo CO2 überzeugen per Schiff transportierte Rosen aus Kenia noch einmal deutlich besser als per Flugzeug verschickte. Praktikabel ist der Schiffstransport für die frischen Blumen jedoch nur in Ausnahmefällen.

Produktion in Kenia trotzdem kritisch

Doch auch wenn die Fairtrade-Rosen aus Kenia im Vergleich mit den Blumen aus den Niederlanden CO2-technisch gut abschneiden: Ihr C02-Ausstoss ist immer noch beträchtlich. Und wie frühere Studien (ebenfalls Max Havalaar) zeigen, ist die Produktion in Kenia nicht unumstritten.

Der Wasserbedarf im ostafrikanischen Land, immer wieder von Dürren geplagt, ist extrem hoch. 7 bis 13 Liter Wasser stecken in jeder Schnittblume aus Kenia, durch die hohe Produktionsdichte um den Hotspot Naivasha wird das Wasser zudem mit Nitraten und Pestiziden belastet.

Für ein wirklich gutes Umweltgewissen am Valentinstag scheinen Blumen – egal woher – das falsche Geschenk zu sein. Vielleicht lieber regional und saisonal kochen? En Guete bim Herdöpfelstock.

veröffentlicht: 13. Februar 2024 17:16
aktualisiert: 13. Februar 2024 17:16
Quelle: FM1Today

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