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«Taxifahrer hat mein Lied umgeschaltet»: «I believe»-Sänger Kamrad im Interview

«I Believe»-Sänger

«Taxifahrer hat mein Lied umgeschaltet»: So geht Kamrad mit seinem Erfolg um

· Online seit 10.02.2023, 11:23 Uhr
Mit so viel Erfolg hat der 25-Jährige Deutsche nicht gerechnet. Sein Song «I Believe» wurde zum Sommerhit. Uns verrät er, dass seine Eltern dafür sogar einen Kredit aufgenommen haben, und was er machte, als sein Song im Wartezimmer beim Arzt lief.

Quelle: FM1Today/Marija Lepir

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Zum ersten Mal ist Kamrad in der Ostschweiz und offenbar gefällt es ihm. «Es ist sehr schön, hier zu sein», sagt der 25-jährige Singer-Songwriter Tim Kamrad aus Wuppertal. Mit seiner Single «I Believe» hat er einen grossen Schweizer Sommerhit gelandet.

Hast du den Erfolg schon verdaut?
Ich war wahnsinnig überrascht, wie schnell alles ging. Vor einem Jahr war noch alles anders, was die Musik angeht. Hundertprozentig habe ich es noch nicht verdaut, sondern erst ein bisschen. Es ist immer noch ein verrückter Moment, wenn ich meinen Song im Radio höre.

Wie hat sich dein Umfeld verändert?
Musikalisch ist mein Leben komplett anders. Was aber auch schön ist: Privat hat sich nichts verändert. Ich habe immer noch die gleichen Freunde, wohne noch in der gleichen Kleinstadt und schreibe Songs mit den gleichen Leuten. So kann man auch nicht abheben, wenn man immer noch mit denen Menschen ist, mit denen man aufgewachsen ist.

Wo war der unangenehmste Ort, an dem dein Song lief?
Mein Song lief einmal im Wartezimmer beim Arzt. Dort war es sehr ruhig, aber ich konnte ja nicht aufstehen und sagen: «Hört mal, das ist mein Song.» Dementsprechend sass ich einfach so da und dachte mir «Ja ok, schön».

Einmal gab es auch einen witzigen Moment in einem Taxi: Als mein Song lief, hat der Taxifahrer das Radio umgestellt. Das fand ich superlustig, denn es gibt ja auch Leute, die vom Song genervt sind. Es war ein ehrlicher Einblick über den Umgang mit meiner Musik.

Gibt es eine Tradition, die dich auf dem Boden hält?
Wenn ich frei habe, gehe ich gerne raus in die Natur, um einen freien Kopf zu kriegen. Wenn man ständig unter Leuten ist, ist es schwierig, abzuschalten. Gerne gehe ich auch mit dem Hund meiner Schwiegereltern raus. Es ist ein bisschen klischeemässig, hilft aber wirklich.

Der Song «I Believe» war für dich ein Befreiungsschlag. Warum?
In das Musikbusiness bin ich von Anfang an mit viel Risiko hineingegangen, denn ich habe mein gesamtes Erspartes hineingesteckt. Für den Song haben meine Eltern sogar einen Kredit aufgenommen. Als dann alles aufging, war es ein unfassbar befreiendes Gefühl. Einer der schönsten Nebeneffekte von «I Believe» war zu sehen, wie meine Eltern immer entspannter wurden und sich gefreut haben.

Was brauchst du dafür, dass du dich lebendig und frei fühlst, wie du in deinem neuen Song «Feel Alive» singst?
In meinem Leben fühle ich mich lebendig, wenn man nicht darüber nachdenkt, was gestern war oder was morgen kommt. Sondern dann, wenn man wirklich im Moment ist. Was ich nicht wirklich im alltäglichen Leben brauche, ist noch mehr Adrenalin. Als Musiker hat man auf der Bühne schon mehr als genug davon. Deshalb muss ich nicht auf Achterbahnen gehen oder aus Flugzeugen springen.

Wie blickst du auf die nächsten drei Jahre?
Mein Ziel ist, dass die Leute Kamrad als Künstler und mich als Menschen kennenlernen. Ich hoffe, dass der Song «I Believe» nicht einfach ein Glücksgriff war, sondern dass es mit Liedern weitergeht, die die Leute ansprechen. Und das Allergrösste für mich ist es, live zu spielen und die Menschen zu sehen, wie sie meine Lieder feiern.

veröffentlicht: 10. Februar 2023 11:23
aktualisiert: 10. Februar 2023 11:23
Quelle: FM1Today

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