Venezuela spricht von «Putsch»

"Faschistischer Putschversuch": Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro war nach eigenen Angaben erneut Ziel eines angeblichen, versuchten Regierungsumsturzes. (Archivbild)
"Faschistischer Putschversuch": Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro war nach eigenen Angaben erneut Ziel eines angeblichen, versuchten Regierungsumsturzes. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA EFE/MIGUEL GUTIERREZ
Die venezolanische Regierung hat nach eigenen Angaben einen Putschversuch vereitelt. Mehrere Offiziere hätten mit Unterstützung der USA, Kolumbiens und Chiles ein Attentat auf Präsident Nicolás Maduro geplant, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez am Mittwoch.

Er warf zudem Oppositionsführer Juan Guaidó eine Verwicklung in die angeblichen Putschpläne vor. Sechs Verdächtige seien festgenommen worden. Maduro drohte, er würde «unerbittlich» auf einen «faschistischen Putschversuch» reagieren.

Guaidó wies die Angaben umgehend zurück. Es sei das «x-te Mal», dass die Regierung solche Anschuldigungen erhebe, sagte der selbsternannte Übergangspräsident. Die Presse habe inzwischen den Überblick verloren, wie häufig Vorwürfe dieser Art erhoben worden seien. Guaidó wiederholte aber den Aufruf an die Streitkräfte, sich «an die Seite der Verfassung» zu stellen.

Kommunikationsminister Rodríguez sagte, eingeschleuste Agenten hätten die Vorbereitung des Putsches von Anfang an beobachtet. «Wir waren bei allen Treffen zur Vorbereitung des Staatsstreichs dabei.» Er warf dem kolumbianischen Staatschef Ivan Duque, dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera und dem Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, eine Verwicklung in den gescheiterten Umsturzversuch vor.

Kolumbiens Aussenminister Carlos Holmes Trujillo wies die Vorwürfe zurück. Sein Land arbeite in der Venezuelakrise lediglich mit «politischen und diplomatischen Mitteln». Der Chef der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trujillo, er habe selten etwas «Unseriöseres» gehört als Rodríguez’ Angaben.

In Venezuela herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó, der von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten anerkannt wird. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

Moskau kündigte am Mittwoch die Heimreise der vor drei Monaten nach Venezuela entsandten russischen Soldaten an. Sie hätten ihre Mission zur technischen Unterstützung und Ausbildung der venezolanischen Streitkräfte abgeschlossen, teilte die russische Botschaft in Caracas mit.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen