Verletzte und quietschende Reifen im Freudentaumel

Feiernde Fans in St.Gallen nach dem Sieg der Nati.
Feiernde Fans in St.Gallen nach dem Sieg der Nati. © Michel Canonica/St.Galler Tagblatt
Nach dem grandiosen Sieg der Schweizer Nati gegen Serbien strömten die Menschen auf die Strassen im FM1-Land. In Rorschach wurde bei den Feierlichkeiten ein Polizist angefahren.

«Am Wochenende ist eh schon immer Feststimmung. Jetzt während der Fussball-WM und nach so einem Sieg natürlich umso mehr», sagt Bruno Metzger, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Insbesondere in der städtischen Agglomeration sei der Verkehr teilweise zusammengebrochen.

Metzger: «In Wil und in Rorschach versammelten sich jeweils mehrere hundert Leute in einem Kreisel. Dabei wurde in Wil eine Fussgängerin und in Rorschach ein Polizist, der den Verkehr regelte, angefahren. Beide mussten ins Spital gebracht werden.»

Die Kantonspolizei St.Gallen hat mehrere Personen verzeigt oder gebüsst, die sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten haben. «Wenn es gefährlich wird, schreiten wir ein», sagt Metzger. So hätten sich zum Beispiel in Au noch am Morgen um 4 Uhr zwei Kinder weit aus einem fahrenden Auto gelehnt.

Auch im privaten Rahmen musste die Kantonspolizei St.Gallen mehrmals einschreiten. «Es gab viele Anrufe wegen Lärm. Es gibt halt nebst all den Leuten, die sich freuen, auch Personen, die gerne schlafen wollen. Da braucht es von beiden Seiten eine gewisse Toleranz.»

In der Stadt St.Gallen musste kurzzeitig der Kern der Innenstadt für den Verkehr gesperrt werden. «Insgesamt verlief der Abend äusserst friedlich», heisst es bei der Stadtpolizei. Beim Stadion im Westen der Stadt verfolgten rund 3500 Fans das Spiel. Nach einer Schlägerei kontrollierte die Stadtpolizei mehrere Personen. Nach Mitternacht stürzte ein betrunkener Mann nach dem Feiern eine Treppe hinunter und zog dabei seinen Begleiter mit. Beide Personen mussten ins Spital gebracht werden.

Die Kantonspolizei Thurgau berichtet ebenfalls von völlig überfüllten Strassen nach dem 2:1 gegen Serbien. «Gerade in den grösseren Städten wie Frauenfeld, Kreuzlingen, Amriswil und Romanshorn kam es zu vielen Behinderungen», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Auch im Thurgau mussten viele Autofahrer ermahnt und zum Teil auch angezeigt werden.

Graf: «Hauptsächlich wegen queitschender Reifen oder lauten Motorengeheul kam es zu den Anzeigen. Man darf feiern und sich freuen, aber an gewisse Regeln muss man sich trotzdem noch halten.»

Die Kantonspolizei Graubünden vermeldet keine grösseren Zwischenfälle. «Wir in Graubünden sind eine Hockey-Nation. Fussball läuft bei uns gesittet ab», sagt Markus Walser, Mediensprecher der Kapo Graubünden mit einem Augenzwinkern.

(red.)


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