Verliebte Jungs und geliebte Kühe

Von Laurien Gschwend
Während sich die anderen hügeln, ruht sich dieses Mädchen lieber aus.
Während sich die anderen hügeln, ruht sich dieses Mädchen lieber aus. © FM1Today/Laurien Gschwend
Wenn 2000 Kinder in einem Sommerlager aufeinandertreffen, wird ihnen garantiert nie langweilig: Sie vergucken sich in andere Teilnehmer und haben bei Spielen mindestens doppelt so viel Spass. Manchmal ist es aber auch ganz schön, in der eigenen Gruppe zu bleiben.

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Stadt St.Gallen Watt bin ich

Tagwache auf dem etwas abgelegenen Lagerplatz der Scharen aus Rorschach und Rebstein: Während ein paar Kinder an der Zahnpasta-Bar die Qual der Wahl haben, sind andere beim «Coiffeur» oder lassen sich gerade eincremen. Letzteres ist heute wichtig: Es steht ein Geländespiel an und es sind Sonne und rund 28 Grad angesagt.

Igitt: Ein Kaugummi für alle

Die 17 Rorschacher Kinder und ihre Freundinnen und Freunde aus Rebstein sollen Geld sammeln, um sich damit einen Zaubertrank kaufen zu können und den Bösewicht aus Akalanis zu vertreiben. Auf dem Weg zu den Talern wartet so manche Mutprobe: Zwiebeln, Knoblauch und Gras essen, in Essig getränkte Gummibärli blind verkosten, die Leiter massieren, eine Menschenpyramide bilden und dabei singen und einige Millimeter Haare lassen. Mitunter am meisten Mühe bereitet den Kindern eine Aufgabe: Die ganze Gruppe muss sich einen einzigen Kaugummi teilen – nach dreimal «Chätsche» wird er weitergegeben.

«Schwierig, eigene Kinder zu finden»

Ständig unter sich sind die Rorschacher und Rebsteiner Kinder, die sich in Rebstein einen Lagerplatz teilen, nicht. Sie sind Teil des im Rheintal stattfindenden Jubla-Kantonslagers (Kala) von St.Gallen, beiden Appenzell und Glarus. «Es gibt immer wieder Big Points, bei denen die 51 Scharen aufeinander treffen», erklärt Fabian Wenger, Lagerleiter aus Rorschach. Es sei «mega cool», mit so vielen Leuten Geländespiele zu machen. Aber auch eine Herausforderung: «Am Ende wieder die eigenen Kinder zu finden und sie zurück auf den Zeltplatz zu bringen, ist gar nicht mal so einfach.»

Teilnehmerin Enya (10) freut sich schon auf weitere Big Points: «Es ist mal etwas anderes, mit so vielen Kindern zu spielen», sagt die Marbacherin. Noé (13) aus Rorschach ist skeptisch. «Es ist etwas komisch, dass so viele Leute da sind.» Kollege Dimitri (12), ebenfalls aus Rorschach, stimmt ihm zu: «Es ist zwar spannend, andere Kinder zu treffen, aber ein paar Mädchen nerven mich und die kleinen Jungs auch.» Mindestens etwas Positives hat die Durchmischung der Scharen für Dimitri: «Ich habe mich in ein Mädchen aus Rebstein verliebt.»

«Vermisse meine Kuh»

Noch bis morgen Samstag dauert das Sommerlager der Rorschacher und Rebsteiner Jublas. «Wir haben noch ein dichtes Programm vor uns: Wir gehen bräteln, machen Sport und wollen natürlich Akalanis retten», sagt Lagerleiter Fabian. Tierfan Isabella (11) hofft auf einen weiteren Programmpunkt: «Es wäre schön, wenn wir an einem Morgen Tiere anschauen gehen könnten», sagt die Rebsteinerin. Damit wäre wohl auch Lou (9) aus Marbach einverstanden: «Am meisten vermisse ich meine Lieblingskuh Cora. Sie ist ganz schwarz und ich kann sie mega gut streicheln.»

Das Kala von SG, AI, AR und GL gehört zu den grössten Zeltlagern der Schweiz. Wir haben am letzten Wochenende über den Eröffnungstag berichtet. Hier geht’s zum Artikel.


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