17 Jahre alt und noch im Kindersitz

Laurien Gschwend, 19. Juli 2017, 06:34 Uhr
Diese Teenager haben nur Augen für ihr Smartphone –  dabei müssten sie sich anschnallen und, je nach Land, auf eine Erhöhung setzen. (Symbolbild)
Diese Teenager haben nur Augen für ihr Smartphone – dabei müssten sie sich anschnallen und, je nach Land, auf eine Erhöhung setzen. (Symbolbild)
© iStock
Wer mit seinen Kindern in die Ferien fährt, muss an Verschiedenes denken. Zum Beispiel an einen Kindersitz: Je nach Land müssen Teenager, die in der Schweiz nur noch einen Sicherheitsgurt benötigen, speziell gesichert werden.

Es ist etwas, das womöglich bei vielen Eltern von Teenagern im Stress vor den Sommerferien vergessen geht: Je nach Destination müssen Kindersitze beziehungsweise Sitzerhöher wieder hervorgekramt werden, obwohl diese in der Schweiz schon eine Weile keine Verwendung mehr finden.

Ab 10 oder 17 ohne Sitz

Reist man beispielsweise nach Luxemburg, muss der Teenie ganze 17 Jahre alt beziehungsweise 1.50 Meter gross sein, bevor er nur noch mit einem Sicherheitsgurt befördert werden kann. In Österreich darf ab 14 Jahren auf einen Kindersitz verzichtet werden, in der Schweiz und Spanien ab zwölf Jahren und in Frankreich bereits ab zehn Jahren. In Italien ist das Gewicht des Kindes entscheidend: Ab 36 Kilogramm oder 1.50 Metern, je nachdem, was zuerst eintritt, kann der Kindersitz im Estrich verstaut werden. Die Übersicht des Touring Club Schweiz (TCS) zur Kindersicherung auf Reisen.

Falsche Handhabung kostet Geld - und Leben

«Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz rund 400 Kinder in einem Kindersitz, weil sie nicht richtig angemacht sind», sagt David Venetz, Mediensprecher des TCS. Wie auch in der Schweiz gelte es im Ausland, einen an das Alter und das Gewicht des Kindes angepassten Sitz zu montieren. Es drohe eine Busse, wenn man die Vorschriften nicht einhalte - «und natürlich liegt es auch im Interesse der Kinder, sie ausreichend zu sichern».

Wichtig beim Kindersitzkauf ist gemäss dem TCS, dass die europäischen Normen erfüllt sind. Was es weiter zu beachten gilt, wird im folgenden Video erklärt.

Gemäss Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, kostet das entsprechende Bussgeld in der Schweiz 60 Franken. Eltern, welche ihre Kinder nur mit einem Sicherheitsgurt mitführen, riskieren deren Leben, weil dieser zu nah am Hals vorbeiführt: «Bei einer Kollision kann es vorkommen, dass das Kind aufgrund des Gurts schwer verletzt wird», warnt Schneider.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 19. Juli 2017 06:00
aktualisiert: 19. Juli 2017 06:34