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Allergiker werden von Pollen geplagt

Fabienne Engbers, 16. Mai 2017, 17:23 Uhr
Wer unter Heuschnupfen leidet, spürt es wieder: Das unangenehme Jucken in Augen, Nase und Rachen. Weil es momentan wieder warm und windig ist, verbreiten sich die Gräserpollen wie wild in der Luft.
Allergiker müssen ab heute wieder mit verstopfter Nase und brennenden Augen durch die Gegend laufen. (Symbolbild)
© istock

Allergiker sollten dieser Tage antiallergische Medikamente nahe bei sich tragen. Viele Pollen schweben ab heute Dienstag wieder in der Luft. Die Pollensaison hat begonnen. Im Interview mit Sonja Hartmann, Beraterin bei aha! dem Allergiezentrum Schweiz, haben wir nachgefragt, wie man sich gegen den Heuschnupfen schützen kann.

Jene, die unter Heuschnupfen leiden, beginnen wieder zu «pfnüseln». Sind die Pollen momentan auf dem Vormarsch?

Ja, das ist so. Die Gräserpollen, auf die 70 Prozent der Pollenallergiker reagieren, sind wieder in der Luft. Anfang April hat die Saison begonnen, durch das kalte Wetter gab es zwischenzeitlich eine Pollen-Beruhigung. Nun sind die Gräserpollen vor allem im Tessin und im Mittelland wieder zu finden.

Betrifft das nur die paar Tage, während denen es nun schön sein wird, oder muss man auch danach noch mit Pollen in der Luft rechnen?

Die Belastung durch die Pollen von Gräsern ist vor allem von Mai bis August aktuell, natürlich verändert sich die Lage je nach Wetter. Während längeren Schlechtwetterperioden reduziert sich die Belastung grundsätzlich. In den kommenden Tagen wird die Konzentration wetterbedingt relativ hoch bleiben.

Sind momentan nur Gräserpollen in der Luft oder blühen noch andere Büsche und Sträucher?

Im Moment sind es vor allem die Pollen von Gräsern und der Eiche, die hohe Konzentrationen aufweisen. Birke, Plantanen und Wegerich klingen langsam ab, es liegen noch letzte Pollen  in der Luft.

Gibt es etwas, mit dem man sich speziell gegen Gräserpollen schützen kann?

Es gibt diverse Massnahmen, die man ergreifen kann. Zum Beispiel sollte man sich die Haare waschen und duschen, bevor man ins Bett geht. Ausserdem sollten Betroffene ihre Kleidung nicht mit ins Schlafzimmer nehmen. Die frische Wäsche sollten Allergiker besser drinnen trocknen, ansonsten sind die Pollen schon in der frisch gewaschenen Kleidung.

An den Fenstern kann man Pollengitter anbringen, sodass man lüften kann, ohne dass Pollen ins Zimmer kommen. Allergiker sollten ausserdem nur am Morgen und am Abend lüften. Während längeren Schlechtwetterperioden kann man aber problemlos die Fenster öffnen.

Wie sieht es mit Sport für Allergiker aus?

Menschen mit Heuschnupfen sollten ihre sportliche Aktivität der Pollenbelastung anpassen und bei Outdoor-Sport eine Sonnenbrille tragen.

Gibt es einen Zeitpunkt, zu dem die Pollenkonzentration in der Luft besonders hoch ist?

Es gibt durchaus Schwankungen, vor allem gerade bevor es zu regnen beginnt, kann die Pollenbelastung sehr hoch sein. Die Pollen saugen sich nämlich mit Feuchtigkeit voll und das bringt sie zum Platzen. Wenn es aber länger regnet, ist die Situation besser, da die Pollen aus der Luft gewaschen werden. Ist der Regen vorbei, kann die Konzentration allerdings schnell wieder ansteigen.

Zusätzlich ist die Pollenbelastung bei hoher Luftverschmutzung stärker, da dies die Aggressivität der Pollen verstärkt.

Ist der gelbe Staub, den man auf den Fenstersimsen und Autoscheiben sieht, auch schlecht für Allergiker?

Dieser Staub stammt vor allem von Föhren und Fichten. Föhrenpollen sind nicht allergen, können jedoch wie jeder andere Staub Reizungen der Augen und der Nasenschleimhaut hervorrufen.

Rund 1,2 Millionen Schweizer und Schweizerinnen leiden unter Heuschnupfen. Ein von aha!, dem Allergiezentrum Schweiz kann zeigen, ob auch du betroffen bist.
Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 16. Mai 2017 17:23
aktualisiert: 16. Mai 2017 17:23