Busse aus Italien ignorieren - oder nicht?

Laurien Gschwend, 19. Juli 2017, 14:26 Uhr
Genauso ernst zu nehmen wie die Schweizer Polizisten: die italienischen Carabinieri. (Symbolbild)
Genauso ernst zu nehmen wie die Schweizer Polizisten: die italienischen Carabinieri. (Symbolbild)
© iStock
Ausgerechnet während der Ferien eine Busse zu erhalten, ist ärgerlich. Doch muss man eine solche überhaupt bezahlen, insbesondere wenn sie von der italienischen Polizei kommt? Hier gibt es die Antwort.

Man ist nur kurz ohne Umweltvignette in ein Seitensträsschen in Rom eingebogen oder hat das Gaspedal seines neuen Autos ein wenig zu sehr belastet - schon flattert eine Busse der italienischen Carabinieri (Polizisten) ins Haus. Manchmal kommt diese so spät in der Heimat an, dass man sich kaum noch daran erinnern kann, einmal im Land der Pizza und Gelati in den Ferien gewesen zu sein.

Zur Zahlung verpflichtet

Aber heisst das, dass man darauf verzichten kann, das Bussgeld zu begleichen? «Grundsätzlich sind Bussen aus dem Ausland genauso zu behandeln wie jene aus der Schweiz. Man ist dazu verpflichtet, der Zahlung nachzukommen», erklärt David Venetz, Mediensprecher des Touring Club Schweiz (TCS).

Natürlich sei es wie in anderen Bereichen nicht schlecht, eine gewisse Skepsis an den Tag zu legen, findet Venetz. «Man sollte sich schon fragen, ob einen die Busse auch wirklich betrifft. Sprich, ob man an dem Tag wirklich zu schnell unterwegs war oder die Verkehrsregeln anderweitig verletzt hat.»

«Gewaltige Mehrkosten» bei Ignoranz

Es sei falsch, eine Busse einfach liegen zu lassen, nur weil diese aus Italien komme. Man solle sie ernst nehmen, rät Venetz: «Die Missachtung der Verkehrsregeln wird heutzutage von der italienischen Polizei konsequent verfolgt. Auf jene, welche eine Busse ignorieren, können gewaltige Mehrkosten zukommen.»

Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» werden Reisende aus der Schweiz nicht nur wegen Geschwindigkeitsübertretungen, Parkbussen oder angeblich nicht beglichener Autobahngebühren zur Kasse gebeten. «Wir erhalten derzeit besonders viele Anfragen von Leuten, die wegen eines fehlenden Länderkennzeichens gebüsst wurden», lässt sich Lorenz Knecht, Geschäftsführer des Automobilclubs Zürich (ACS), zitieren. Welche weiteren Gegenstände an und ins Auto gehören, erfährst du hier.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 19. Juli 2017 14:17
aktualisiert: 19. Juli 2017 14:26