«Chancen auf Schnee praktisch bei null»

Laurien Gschwend, 17. Dezember 2016, 14:40 Uhr
Im Flachland müssen wir wohl auch dieses Jahr auf weisse Weihnachten verzichten, sagt MeteoNews. Doch wie sieht es in den Skigebieten aus? Wir haben nachgefragt.

«Für all jene, die nicht in den Bergen wohnen, besteht an diesem Weihnachten eine Wahrscheinlichkeit von null bis fünf Prozent, dass sie überhaupt eine Schneeflocke sehen», muss Sharon Satz, Meteorologin bei Meteo News, enttäuschen. So föhnig wie in den letzten Jahren werde es allerdings nicht. «Das Wetter ist hochdruckbestimmt, was zu winterlichen Temperaturen zwischen null und drei Grad sowie Nebel führt.»

Zuckerguss in der Höhe möglich

Während der Woche vor Weihnachten sei mit Kaltlufttropfen zu rechnen. «Durch diese könnte es theoretisch sein, dass es in hohen Lagen einen leichten Zuckerguss gibt», erklärt die Wetterexpertin. Die Schneefallgrenze liege während der Festtage etwa bei 1600 bis 2000 Metern. «Wer auf die Ski möchte, fährt je nach Höhenlage womöglich über Gras.» Und der wenige Schnee, der liege, werde auf einer einzigen Piste zusammengehäuft.

Viel Schnee im Tessin und im Wallis

Schneesicher sei es beispielsweise in den Tessiner Bergen sowie im Wallis. Eine kräftige Wetterstörung habe hier in den vergangenen Wochen für ordentlich Neuschnee bis zu einem Meter gesorgt. Aufgrund des Nebels und der kalten Temperaturen sei jedoch mit eisigen Pistenverhältnissen zu rechnen.

Wer nicht verreisen möchte, muss noch bis zum nächsten Jahr warten, bis er Ski und Schlitten vom Estrich holen kann. «Ein Wintereinbruch ist im Flachland bis auf weiteres nicht in Sicht», sagt Sharon Satz. Dafür bestehe weiter die Möglichkeit, dass die lokalen Gewässer einfrieren.

War früher alles besser?

Die romantische Vorstellung von weissen Weihnachten bringen viele aus ihrer Kindheit mit. «Früher lag einfach immer Schnee», glauben einige. Stimmt das wirklich? «Es ist tatsächlich so, dass im Vergleich zu den letzten 30 Jahren seltener Schnee lag in den tiefen Lagen», so die Meteorologin. Ein Südwestwind habe oftmals für milde Weihnachtstage ohne Schnee gesorgt.

Unterschiede je nach Region

Auf «kachelmannwetter.com», der Plattform des Wettermoderators Jörg Kachelmann, ist man ebenfalls der Frage nachgegangen, ob es früher öfter weisse Weihnachten gab als heute. Und zum Schluss gekommen: «Man kann nicht pauschal Ja oder Nein sagen.»

Kachelmanns Team untersuchte, wie oft es an verschiedenen deutschen Standorten zwischen den Jahren 1981 und 2010 sowie 1951 und 1980 geschneit hatte. Am Bodensee gab es während der untersuchten Zeiträume jeweils zehn beziehungsweise elf Mal weisse Weihnachten. Hingegen fällt im Westen des Landes heute häufiger Schnee als früher.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 17. Dezember 2016 14:25
aktualisiert: 17. Dezember 2016 14:40