Das darfst du beim Wechsel nicht vergessen

Fabienne Engbers, 28. September 2017, 19:51 Uhr
Wer die Krankenkasse wechseln will, muss Einiges beachten. (Symbolbild)
Wer die Krankenkasse wechseln will, muss Einiges beachten. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Martin Ruetschi
Die Prämien für die Krankenkasse steigen wiederum - um durchschnittlich vier Prozent. Viele sehen nun einen Anlass, Prämien zu vergleichen und allenfalls die Krankenkasse zu wechseln. Dabei muss man diese Punkte beachten.

Da die Gesundheitskosten in der Schweiz jährlich um vier Prozent steigen, muss auch die Krankenkassenprämie jedes Jahr vier Prozent teurer werden. Zumindest lautet so die Rechnung des Bundes. Nicht jeder will sich aber einfach so damit abfinden. Für viele beginnt nun die Zeit des Rechnens und Vergleichens.

Alle Rechnungen müssen bezahlt sein

Hat man sich zu einem Krankenkassenwechsel durchgerungen, muss man zuallererst eine Offerte der neuen Krankenkasse einholen. «Ist man mit dieser einverstanden, wickelt die neue Krankenkasse meist alles für einen ab», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte bei Comparis.

Die Krankenkasse wechseln muss man bis Ende November. «Ganz wichtig ist, dass man bis zum 31. Dezember alle ausstehenden Rechnungen beim alten Versicherer bezahlt. Ansonsten wird der Vertrag mit der neuen Krankenkasse nichtig und man kann den Anbieter nicht wechseln», sagt Schneuwly.

Unterschiede zwischen Versicherungen sind gross

Ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse könne sich durchaus lohnen - die Unterschiede zwischen den Krankenkassen seien selbst im gleichen Kanton gross. «Man kann auf verschiedene Weisen Prämien sparen», sagt Schneuwly. Nicht überall ist die gleiche Kasse die günstigte. Ausführliche Tipps, was es beim Wechsel zu beachten gilt, gibt es hier.

Versicherungsberater nach ihrer Provision fragen

In den nächsten Wochen werden nach Feierabend wieder vermehrt unbekannte Nummern auf dem Telefon-Display anrufen. Die Versicherungsberater sind wieder auf der Jagd und natürlich hat jeder das günstigste Angebot in Petto. Wer sich gerne persönlich beraten lässt, kann durchaus auch einen Berater zu sich einladen, sagt Felix Schneuwly. «Es ist allerdings sehr wichtig, dass man sich vor dem Gespräch bei einer unabhängigen Onlineplattform informiert und bereits dort Angebote vergleicht.»

Ausserdem solle man den Versicherungsberater fragen, wie sich seine Provision zusammensetzt. «Die Berater schlagen natürlich nur jene Versicherungen vor, mit denen sie auch Verträge abgeschlossen haben», sagt Schneuwly. Will ein Berater keine Auskunft darüber geben, rät der Experte ab, mit ihm einen Vertrag abzuschliessen.

Familien profitieren ab 2019

Höhere Prämien treffen oftmals Familien mit kleinen Kindern hart, da diese die Erhöhung für alle Familienmitgliedern tolerieren müssen. Deshalb hat das Parlament entschieden, junge Familien zu entlasten. «Dieser Entschluss wurde in der Verwaltung allerdings noch nicht umgesetzt», sagt Felix Schneuwly.

Im Jahr 2019 soll die Entlastung zum ersten Mal greifen, die Prämien für junge Familien werden sich dann also nicht mehr so extrem erhöhen oder gar senken. «Dies müssen aber andere kompensieren, unter anderem werden ab 2019 wohl die Prämien für Erwachsene steigen», sagt Schneuwly.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 28. September 2017 19:51
aktualisiert: 28. September 2017 19:51