Feriengeld lieber verprassen als tauschen

Raphael Rohner, 21. Juli 2017, 06:47 Uhr
In der Schweiz kann man nicht überall Geld wechseln.
In der Schweiz kann man nicht überall Geld wechseln.
© (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Sommerzeit ist Ferienzeit und wer gerne in die Ferne verreist, braucht die jeweilige Landeswährung. Exotische Währungen kann man fast bei jeder Bank bestellen und tauschen. Doch zurücknehmen wollen die exotischen Noten längst nicht alle Banken.

Wer für seine Ferien Bargeld braucht, kann die ausländischen Währungen bei ziemlich jedem Finanzinstitut bestellen. Doch was macht man mit den Noten von Mali, den Seychellen, der Türkei oder Ägypten wenn man von den Ferien zurück kommt?  Seit einigen Wochen bekommen Kunden der Banken zu ihrem bestellten Geld folgende Information:

«Wir empfehlen Ihnen, die Währungen ausserhalb des Standardsortiments (EUR, USD, GBP) im Land aufzubrauchen. Die Rücknahme von Exotenwährungen ist oft nachteilig und kann nicht garantiert werden.»

Bei der St. Galler Kantonalbank kann man dieses Geld nicht mehr umtauschen. «Wer exotisches Geld bei der Bank bestellt wird darauf hingewiesen, dass wir es nicht mehr umtauschen», sagt Adrian Kunz, Mediensprecher der St.Galler Kantonalbank. Der Aufwand und die Kosten dafür seien zu gross. Die drei gängigsten Fremdwährungen Euro, Dollar und britische Pfund werden weiterhin zurückgenommen. Die Bank hat mit der Einführung des Euros den Geldwechsel eingeschränkt.

Kunden sind beim Geldwechsel im Vorteil

Anders sieht es bei der Thurgauer Kantonalbank aus. Dort können Kunden ihr Feriengeld wieder zurücktauschen: «Wir bieten unseren Kunden einen Wechselservice an, bei dem sie das exotische Geld bei uns abgeben. Der Wechselbetrag wird dann nach einer Prüfung auf das Konto des Kunden gutgeschrieben», erklärt Sabrina Dünnenberger, Mediensprecherin der Thurgauer Kantonalbank. Dies gelte aber nur für Kunden der Bank. Zudem werden nur Noten zurückgenommen. Übriggebliebenes Feriengeld, wie zum Beispiel Münzen, können jedoch für einen guten Zweck gespendet werden.

Es lohnt sich nicht, Geld aus den Ferien zurückzubringen

Bei den Raiffeisenbanken entscheiden die Filialen unabhängig voneinander, ob sie exotische Währungen zurückkaufen oder nicht. Generell empfiehlt die Bank ihren Kunden, möglichst wenig Fremdwährung in die Schweiz zurückzunehmen.

Bei der Grossbank UBS nimmt man Fremdwährungen grundsätzlich zurück, sagt Nicole Fankhauser, Mediensprecherin der UBS: «Bei uns können auch Nicht-Kunden die meisten exotischen Währungen umtauschen, jedoch gegen eine Gebühr von fünf Franken pro Währung.» Die Banknoten müssen allerdings aus der aktuellen Serie sein. Die UBS rät den Kunden, dass sie ihr Bargeld in den Ferien aufzubrauchen.

Die SBB kaufen (fast) alles zurück

Anders als  Banken gehen die SBB mit dem Geldwechsel um. An den Schaltern kann jede Währung getauscht werden. Ausnahmen gibt es aber immer wieder, sagt Oli Dischoe von der SBB-Medienstelle: «Es kann vorkommen, dass die Nationalbank eines Landes eine Notenserie ausser Verkehr gezogen hat und diese somit nicht mehr handelbar ist. In einem solchen Fall kann man sie in der Schweiz nicht mehr zurücktauschen.» Ein aktuelles Beispiel sei Schweden. «Die Nationalbank Schwedens hat eine Serie ausser Betrieb genommen, betroffene Noten müsste man also im Land selber umtauschen, bei einer dortigen Bank.»

Raphael Rohner
Quelle: rar
veröffentlicht: 21. Juli 2017 06:47
aktualisiert: 21. Juli 2017 06:47