Fünf tote Feuersalamander - ist Strolchenfahrt Schuld?

Fabienne Engbers, 10. Mai 2017, 07:14 Uhr
Auf dem Wanderweg zwischen St.Gallen Haggen und dem Riethüsli entdeckten Wanderer kürzlich mehrere tote Feuersalamander im Abstand von jeweils knapp hundert Metern. Diese wurden möglicherweise bei einer Strolchenfahrt mitten in der Nacht überfahren.

Der Feuersalamander gilt in der Schweiz als gefährdete Tierart, nur wenige Menschen haben schon einmal einen gesehen. Umso mehr erschreckt es, wenn gleich fünf Feuersalamander tot auf der Strasse liegen. Eine Wandergruppe hat diese Entdeckung im Wattwald zwischen St.Gallen Haggen und dem Riethüsli gemacht.

Feuersalamander jagen momentan viel in der Nacht

«Momentan sind die Feuersalamander aufgrund des Wetters sehr aktiv», sagt Jonas Barandun, kantonaler Beauftragter für Amphibienschutz. In der Nacht seien die Feuersalamander zurzeit auf der Jagd und bewegen sich auch auf Kieswegen. Tagsüber sieht man die Molche nur sehr selten. Im Wattwald, zwischen St.Gallen Haggen und dem Riethüsli, wurden bereits in der Vergangenheit einige Beobachtungen von Feuersalamandern gemeldet. «Dort hat es sicherlich viele Feuersalamander. Dass gleich fünf tot auf dem Weg liegen, ist aber aussergewöhnlich», sagt Barandun.

Wie viele Feuersalamander es in der Schweiz gibt, kann man nicht sagen. «Der Bestand wird aufgrund von Beobachtungen erfasst. In der Stadt St.Gallen hat es wegen der vielen kleinen Bäche eher viele Feuersalamander im Vergleich zum restlichen Kanton», sagt Barandun. Der Feuersalamander gilt in der Schweiz als gefährdet, allerdings nicht als stark gefährdet. Durch die Landwirtschaft und die Gülle wurde die Art zurückgedrängt, in Wäldern kann der Salamander aber gut leben.

Strolchenfahrt könnte Salamander getötet haben

Auf dem Wanderweg durch den Wattwald herrscht grundsätzlich Fahrverbot. Nur Förster, Bauern und Anwohner dürfen den Kiesweg befahren. «Das kantonale Forstamt nutzte den Weg in der letzten Zeit allerdings nicht», sagt Pascal Gmür, Mediensprecher des kantonalen Forstamts. «Es gibt einige Häuser in diesem Gebiet, Anwohner dürfen den Weg ebenfalls passieren», sagt Dionys Widmer von der Stadtpolizei St.Gallen. Möglicherweise sind die Feuersalamander auch bei einer Strolchenfahrt in der Nacht getötet worden. Der Stadtpolizei wurde kein Vorfall im Wattwald gemeldet. Dies schliesst aber nicht aus, dass trotzdem jemand unerlaubt durch das Gebiet gefahren ist.

Schutzmassnahmen werden geprüft

Das kantonale Forstamt prüft aufgrund der Beobachtung, ob im Wattwald Massnahmen für den Schutz des Feuersalamanders ergriffen werden können. «Wir werden uns mit dem Naturschutz in Verbindung setzen», sagt Pascal Gmür. Möglicherweise könnte man das Gebiet auflichten, um das Vorkommen der gelb gepunkteten Amphibien zu erhöhen.

Auf dem Geoportal gibt es eine Amphibienkarte, die in den Kantonen St.Gallen und den beiden Appenzell zeigt, wo bereits welche Amphibien gesichtet wurden.
Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 10. Mai 2017 06:09
aktualisiert: 10. Mai 2017 07:14