Mehr Besucher für Burgen in Bellinzona mit Deutschschweizer Hilfe

26. August 2015, 13:51 Uhr
Platz ist reichlich vorhanden: Politik und Tourismusverband in Bellinzona hoffen, dass die drei Burgen einmal von 150'000 bis 300'000 Menschen jährlich besucht werden könnten
Platz ist reichlich vorhanden: Politik und Tourismusverband in Bellinzona hoffen, dass die drei Burgen einmal von 150'000 bis 300'000 Menschen jährlich besucht werden könnten
© KEYSTONE/KARL MATHIS
Trotz Weltkulturerbestatus fristen die Bellinzoneser Burgen ein Schattendasein in der Sonnenregion Tessin. Nur 45'000 Menschen besuchten sie im letzten Jahr. Mit einer neuen Erlebnisstrategie sollen es bald mehr als fünf Mal so viele sein.

"Wir wollen die drei Burgen und damit unser historisches Erbe mehr Menschen zugänglich machen", sagte der Stadtpräsident von Bellinzona Mario Branda am Mittwoch bei einem Medienanlass.

350'000 Besucher würden sich jährlich die Burg Chillon in der Waadt anschauen, auch die Burg in Lenzburg AG besuchen im Schnitt rund 100'000 Menschen, rechnete der Sindaco vor. Für Bellinzona sehe er noch ein "erhebliches Potential".

Deshalb beauftragten die Stadt und der Kanton Tessin, welcher Besitzer der Burgen ist, eine Beratungsfirma aus Luzern. Sie stellte in Aussicht, dass die Bellinzoneser Burgen in fünf bis sieben Jahren in die "Top Ten" der Besuchsziele in der Schweiz aufsteigen könnten. Helfen soll dabei ausserdem der Gotthard-Basistunnel, welcher ab Ende 2016 den Burgen mehr Tagestouristen bescheren könnte.

Erreicht werden soll dies durch ein "multimediales Erlebnisformat", in dem Militär- und Regionalgeschichte für ein breites Publikum aufbereitet werden. Interaktive Spiele sollen vor allem jüngere Menschen ansprechen. "Wir müssen bei der Gegenwart ansetzen, um die historische Substanz zugänglich zu machen", sagte Matthias Imdorf von der Beraterfirma Erlebnisplan.

Der Stadtpräsident hofft mit dem acht Millionen Franken teuren Gesamtprojekt auch Tessiner Besucher in die Burgen zu locken:

95 Prozent der zahlenden Burgbesucher kommen derzeit von ausserhalb des Kantons, sagte Branda. Viele geschichtliche Zusammenhänge rund um die Burgen seien auch Tessinern unbekannt.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 26. August 2015 13:51
aktualisiert: 26. August 2015 13:51