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Polizei-Bobbycar, Stapobär oder NYPD-Unterhosen?

Fabienne Engbers, 22. Dezember 2016, 07:55 Uhr
Die Stadtpolizei St.Gallen hat ein neues Gefährt, das ihr bei der Verbrecherjagd hilft - ein Bobbycar. Okay, die Verbrecher lachen die Polizisten da vielleicht eher aus, als dass sie sie ernst nehmen. Bei Eltern ist der Bobbycar aber begehrt, vor allem als Geschenk. Deshalb haben wir einmal nach Alternativen gesucht.

Der Bobbycar, den die Stadtpolizei St.Gallen angeschafft hat, ist einmalig. «Wir brauchen ihn für Ausstellungen und vor allem für Verkehrsschulungen», sagt Mediensprecher Dionys Widmer. «Im Kindergarten lernen die Kleinsten, dass sie vor einem Fussgängerstreifen stehen bleiben sollen. Dafür haben wir einen Fussgängerstreifen, den man ausrollen kann und mit dem Bobbycar auch ein Auto, um eine echte Strasse zu simulieren», so Dionys Widmer. So lernen die Kleinen, ohne dass man die Kinder draussen dem Verkehr aussetzten muss.

Viele Anfragen auf Facebook

Göttis, Mütter und Grossväter finden, so ein Polizei-Bobbycar wäre das perfekt Weihnachtsgeschenk für die Kleinen. «Kann man den nicht kaufen?», fragen gleich mehrere User. «Könnt ihr mehr davon produzieren?», fragt eine Frau via Facebook. Andere halten den kleinen Flitzer für ein «heisses Ding» oder fordern eine Strassenzulassung für den Bobbycar. «Der Bobbycar ist unverkäuflich und eine Spezialanfertigung, extra für uns», muss Dionys Widmer die vielen Fans enttäuschen.

Andere Polizeistationen verkaufen Gerümpel ohne Ende

Was die Stadtpolizei St.Gallen zum Bedauern der Facebook-User nicht hat, haben manche Polizeien schon lange. Bei der Polizei Genf kann man zum Beispiel ein Bandana oder eine Polizeimarke kaufen. Auch international sind Polizeishops beliebt. Vom New Yorker Police Departement NYPD zum Beispiel kann man tausend Dinge kaufen, darunter Unterwäsche für sie und ihn, Pullis, Tassen, Topflappen oder auch einen Teddybären. Allerdings werden die Sachen nicht offiziell von der Polizei, sondern von einem separaten Geschäft verkauft.

Der Stapobär ist eine Berühmtheit

Die Stadtpolizei Zürich hat auch einen Polizeishop. «Dieser ist grundsätzlich nur für Mitarbeiter. Wenn aber jemand unbedingt etwas davon braucht, kann er schon bei uns bestellen», sagt Michael Wirz, Chef Kommunikation bei der Zürcher Stapo. «Einen Artikel gibt es allerdings nicht zu kaufen. Unser Maskottchen, den Stapobär, kann man eigentlich nur gewinnen, wenn man der Polizei sehr hilft oder bei Gewinnspielen, die wir veranstalten», sagt Michael Wirz. Der Bär sei bei den Zürchern sehr begehrt.

Die Zürcher sind verrückt nach dem süssen Stapobär. (C) Stapo Zürich

Heute ist der Stapobär im Zürcher Kreis 2 unterwegs.

«Unser Shop ist nur für Mitarbeiter»

Was einige Polizeistationen öffentlich machen, geschieht anderenorts hinter verschlossenen Türen. Die Kantonspolizei Aargau hat ein ganzes Arsenal an «Give-Aways», die Mitarbeiter der Polizei kaufen können. «Viele kaufen unseren Teddybären als Geschenk für Kinder», sagt Mediensprecher Bernhard Graser. Aber auch das bedruckte Espressotässli oder ein Sackmesser mit Logo seien bei den Polizisten beliebt. «Ich denke, fast jede Kantonspolizei hat einen Vorrat an solchen Dingen. Diese kann man auch einmal an Referenten verschenken oder an Ausstellungen verteilen», sagt Graser.

Dem stimmt auch die Kantonspolizei St.Gallen zu. Sie hat ebenfalls einen internen Polizeishop. Sprecher Gian-Andrea Rezzoli kann gar nicht alle Artikel aufzählen. «Das geht von einem USB-Stick, über Taschen bis zu Uhren. Und natürlich unser Polizeibiber.» Der grosse Biber werde Menschen geschenkt, die der Kapo St.Gallen Hinweise geben. «Aber auch als Weihnachtsgeschenk ist er bei den Mitarbeitern begehrt», sagt Rezzoli.

Bei grossen Fans drückt man ein Auge zu

Sowohl bei der Kantonspolizei Aargau, als auch in St.Gallen, kommen riesige Polizeifans trotzdem auf ihre Kosten. «Wer bei uns auf einem Posten vorbei kommt und wirklich ein riesen Polizeifan ist, der kann über einen Beamten etwas beziehen», verrät Bernhard Graser. Dass der Shop öffentlich zugänglich wird, das bleibt aber unwahrscheinlich. Zu gross wäre der Aufwand dafür, meint auch die Kantonspolizei St.Gallen. «Wer Kontakte zu einem Polizisten hat, der hat in diesem Fall Glück», sagt Gian-Andrea Rezzoli.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 22. Dezember 2016 07:55
aktualisiert: 22. Dezember 2016 07:55