Verpasst St.Gallen sein Energieziel?

Fabienne Engbers, 23. Januar 2017, 15:42 Uhr
Politische Parteien fordern mehr Initiative der Regierung für Windkraft. (Symbolbild)
Politische Parteien fordern mehr Initiative der Regierung für Windkraft. (Symbolbild)
© (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Die CVP-GLP-Fraktion des Kantons St.Gallen kritisiert das ungenügende Engagement der Regierung für die Windenergie. Noch habe keine grössere Anlage konkretisiert werden können. Die Ziele des Energiekonzepts würden so nicht erreicht.

Der Kanton St.Galle wolle bis 2020 die Produktion von erneuerbarer Energie verdoppeln, heisst es in der Interpellation der CVP-GLP-Fraktion. Dies wurde 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima bestimmt. Erreicht habe man aber noch nichts.

Zögerliche Behörden

Der erste Schritt für den Bau einer Windanlage sei jeweils ein Eintrag des möglichen Standorts im Richtplan. Die Kriterien dafür seien seit 2015 bekannt, die Ergebnisse würden aber weiter auf sich warten lassen. Es mache den Anschein, dass die Raumplanungsbehörden ihre Aufgaben "nur zögerlich" erledigten. Die CVP-GLP-Fraktion verlangte von der Regierung verschiedene Auskünfte. Unter anderem wollte sie wissen, ob inzwischen zumindest einige "Potenzialgebiete" für Windanlagen im Kanton St. Gallen bekanntgegeben werden könnten.

Entscheid fällt 2017

In ihrer Stellungnahme umschifft die Regierung Auskünfte über konkrete Projekte und formuliert dies so: "Die Positivplanung von Standorten zur Erzeugung von Windenergie ist im kantonalen Richtplan zurzeit als Absicht formuliert", schreibt die sda.

Erst im Verlauf dieses Jahres werde entschieden, ob diese Absichten weiterverfolgt würden. Auf jeden Fall sei das Baudepartement bestrebt, die Klärung der offenen Fragen "ohne weitere Verzögerung voranzutreiben."

Grundsätzlich hält die Regierung fest, dass es im Kanton St. Gallen "nur einige wenige Gebiete mit mittlerem Potenzial" für Windfarmen gebe. Diese lägen aber in Schutz- und Schonzonen und seien im Rahmen des geltenden Rechts kaum nutzbar. Die Realisierung einer Windenergieanlage sei "ein anspruchsvolles, mehrjähriges Vorhaben mit ungewissem Ausgang", heisst es in der Stellungnahme.

Fabienne Engbers
Quelle: sda/red
veröffentlicht: 23. Januar 2017 15:42
aktualisiert: 23. Januar 2017 15:42