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Freikirche

«Ich bin heute noch dabei, das zu verarbeiten» – eine Aussteigerin erzählt

26. Juli 2021, 14:05 Uhr
Nadja wuchs in einer Freikirche, der Chrischona-Gemeinde, auf. Der Glaube an die Hölle und ihr Dasein als Sünderin wurden ihr von klein auf eingetrichtert. Heute versucht sie, dieses Trauma zu verarbeiten. Im Video erzählt sie von ihren Erlebnissen.
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Quelle: Keystone-SDA

Als sie fünf oder sechs Jahre alt war, traten Nadjas Eltern der Chrischona-Gemeinde bei. Dabei handelt es sich zwar «nur» um eine Freikirche – Nadja erlebte aber ihre Kindheit hindurch «sektenhafte Strukturen», wie sie es nennt. «Es wird dir eingetrichtert, dass du eine Sünderin bist. Du bist falsch und musst zu Gott finden, sonst landest du in der Hölle», sagt Nadja. Als Kind diesen Druck zu erleben, sei destruktiv.

Der Glaube an Gott habe für sie noch nie Sinn ergeben. Die Schulzeit erlebte sie als besonders schwierig. Bei anderen Kindern sah sie, wie sie Dinge machen durften, die ihr verboten wurden. Das machte sie schnell zur Aussenseiterin. «Ich möchte das nie wieder erleben», sagt Nadja.

Im Video erzählt sie von einem Erlebnis, als sie eine CD von Queen geschenkt bekam. Bei einem absurden Ritual der Freikirche wurde sie deswegen erniedrigt, bis ihr die Tränen kamen.

Mit 16 Jahren stieg sie aus der Freikirche aus. Noch heute ist sie in therapeutischer Behandlung. Die Kindheit in der Chrischona-Gemeinde habe bei ihr viele Spuren hinterlassen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Juli 2021 18:36
aktualisiert: 26. Juli 2021 14:05