Anzeige
Alles inszeniert

Wie Leute mit gestellten Tierrettungen Klicks abstauben

14. Oktober 2021, 17:26 Uhr
Tiervideos erreichen im Internet grosse Reichweiten. Von vielen Leuten wird genau das ausgenutzt: Für Klicks und Werbegelder bringen Menschen Tiere in Not – nur, um sie dann aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: FM1Today/Youtube/World Aimal Protection

Vögel, die ihre Jungen vor einer Schlange schützen oder Katzen, die eingeschüchtert gegen Hunde kämpfen. Tiervideos gehören zu den meistgeteilten Videos im Internet. Ein Phänomen, das auch von Betrügern ausgenutzt wird. Für Klicks und Werbegelder bringen sie die Tiere in Gefahr, um später den Helden zu spielen. Tierschutzorganisationen sagen, Plattformen wie Facebook, Youtube oder Tiktok würden zu wenig gegen gefälschte Tierrettungsvideos unternehmen.

Social Media in der Kritik

Zum Beispiel kritisiert Asia for Animals in ihrem neuesten Social-Media-Report, dass die Plattformen zu langsam reagieren, wenn Videos gemeldet werden. Es gebe allerdings auch positive Beispiele, sagt Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gegenüber SRF: «Es kommt darauf an, wie eindeutig die Inszenierung ist. Ich habe aber schon viele Fälle erlebt, in denen ein Video innerhalb weniger Stunden nach der Meldung von der Plattform verschwunden war.»

Plattformen wehren sich

Facebook will die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen und teilt gegenüber SRF mit: «Wir verbieten jedem, auf Facebook Inhalte zu teilen, bei denen Tiere verletzt, Gewalt an Tieren verherrlicht oder Tierleid zelebriert wird.» Auch Youtube verweist auf die eigenen Richtlinien. In diesen steht, dass «Inhalte, die eine inszenierte Tierrettung zeigen, bei der das Tierwohl gefährdet wird», verboten seien.

Wie erkenne ich ein gestelltes Videos?

Viele solcher Videos sind aus mehreren Winkeln gefilmt und der Retter hat erstaunlich viel Zeit, zu erklären, was er genau macht. «Das sind alles Anzeichen dafür, dass das Video inszeniert ist», so Ross. Weitere Tipps gibt Vier Pfoten auf der eigenen Webseite.

(mau)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Oktober 2021 12:22
aktualisiert: 14. Oktober 2021 17:26