Von Uznach in die Welt hinaus

Von Angela Müller
Andreas Fehr arbeitet in seinem Atelier in Zürich und bei seiner Mutter in Uznach.
Andreas Fehr arbeitet in seinem Atelier in Zürich und bei seiner Mutter in Uznach. © PD
Mütze, Schal und Käppchen – die Kollektion des Label Neumühle ist klein, dafür hat alles seine eigene Geschichte. Die der Gründer beginnt in Uznach.

«Meine Mutter war Handarbeitslehrerin und häkelt leidenschaftlich gerne Mützen», sagt der 32-jährige Andreas Fehr. Ihr hat der Marketing-Fachmann vor einigen Jahren das Label «von Mami» geschenkt. Es hat sich so gut verkauft, dass sie zusammen das Label Neumühle gründeten. Neumühle heisst auch das Tal, in dem Andreas aufgewachsen ist.

Inzwischen wohnt er in Zürich und setzt beruflich vollständig auf das Mode-Label Neumühle. «Auf meiner Reise durch Vietnam kam mir die Idee für ein Cap, das viel aushält und zu jeder Situation passt», sagt er. Die Kollektion heisst «von Tuan», den er auf der Reise kennen gelernt hat. Seine Kollektionen sind jeweils nach den Produzenten benannt, um die Menschen dahinter ins Zentrum zu setzen und um Transparenz zu schaffen. Wichtig ist ihm, dass seine Produkte nachhaltig sind. «Das Cap wird in Ho Chi Minh City unter fairen Bedingungen und aus 100 Prozent vietnamesischer Baumwolle produziert.»

Mützen heissen Elbe, Kiel und Nebel

Es sind meist Reisen, die Andreas Fehr jeweils zu neuen Produkten inspirieren. Olaf hingegen hat er über «ein paar Ecken kennen gelernt». Dieser führt eine der wenigen Traditionsstickereien in Norddeutschland. Mit ihm hat Fehr eine Mützenkollektion, die aus Merinowolle und zum Teil in Handarbeit hergestellt wird. Die Kollektion heisst «Von Olaf» und die Kappen haben klingende Namen wie Elbe, Kiel und Nebel.

Auch die Idee zum dritten Accessoire ist auf einer Reise entstanden. «Ich bin durch Russland, die Mongolei, China und Südostasien gereist. Der viele Plastikmüll überall hat mich beelendet.» Nun lässt Neumühle Schals in Sofia in der Stickerei von Lora anfertigen. Die Schals sind aus Merinowolle und aus jeweils neun von Konsumenten gebrauchten PET-Falschen hergestellt. «So bekommt Plastik ein zweites Leben», sagt Fehr. Die Schals gibt es in verschiedenen Farben und werden in Handarbeit gefertigt. Diese Kollektion heisst «von Lora».

Nachhaltige Mode ist im Trend

«Es ist in unserer Konsumgesellschaft einfach wichtig, sich zwei Mal zu überlegen, ob man etwas kaufen soll oder nicht, und was man kauft, sollte von hoher Qualität sein und lange halten.» Mit diesem Grundgedanken will sich Fehr für Nachhaltigkeit einsetzen. Die Produkte von Neumühle haben aber auch soziale Auswirkungen: «Unsere komplette Lagerbewirtschaftung und das Onlineversand-Handling wird durch Menschen mit vorwiegend kognitiven Beeinträchtigungen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Züriwerk bearbeitet. Also jedes Stück, dass online verkauft wird, machen die Menschen vom Züriwerk bereit und versenden es – und profitieren unter anderem pro verkauften Produkt.»

Kappe, Schal und Chäppi indes finden regen Absatz, diverse Shops im In- und Ausland führen inzwischen das Neumühle-Label. Während der Weihnachtszeit ist Andreas Fehr auch an verschiedenen Märkten vertreten. «Nur in St.Gallen haben wir noch keine Verkaufsstelle.» Dafür kann man hier das Label Neumühle am 22. Dezember an der Design-Plattform «Cash for Trash» kennen lernen.

Mützen «von Mami» gibt es nur auf Märkten

Die Beanis, die seine Mutter Edith unter dem Namen «von Mami» häkelt, werden ausschliesslich an Märkten verkauft. «So kann sie ihre Kreativität ausleben und gerät nicht unter Druck.» Produkte von Neumühle kosten zwischen 49 und 99 Franken.

(agm)


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