Vorteil dank offener Schranken

Seit bald 20 Jahren schreibt die Stadt St.Gallen den grösseren Geschäften vor, Parkplatzgebühren zu verlangen. Nicht alle Detailhändler halten sich daran: Unter dem Vorwand technischer Probleme bleiben ihre Schranken offen.

Jeder, der schon einmal mit dem Auto einkaufen war, kennt das Prozedere: Vor der Schranke zum Parkplatz zieht man ein Billett, das man am Schluss des Einkaufs entwertet. So zahlt die Kundschaft der Migros Bruggen beispielsweise 1.50 Franken pro Stunde.

Immer wieder defekt

Bei der Konkurrenz im St.Galler Bruggen-Quartier – Aldi, Lidl und Otto’s – sind die Schranken meist oben. Auf Anfrage von TVO heisst es, dies habe technische Gründe: «Generell hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass das eingebaute Schrankensystem anfällig für technische Probleme ist. So musste die betroffene Schranke allein dieses Jahr bereits 16 Mal repariert werden», sagt Aldi-Suisse-Mediensprecher Philippe Vetterli.

Längerer Weg für kostenlose Parkplätze

Auch die Migros-Schranke in Bruggen sei gerade im Service, gibt die Detailhändlerin bekannt. Die wenigsten Kunden dürften sich darüber beschweren, gebührenfrei parkieren zu können: «Ein Teil unserer Kundschaft reagiert sehr sensibel auf Parkgebühren und ist bereit, auch einen längeren Weg für ihren Einkauf auf sich zu nehmen, wenn dort gebührenfrei parkiert werden kann», erklärt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation bei der Migros Ostschweiz.

Gleichbehandlung innerhalb Stadt

Laut Ivan Furlan, Leiter des St.Galler Amtes für Baubewilligungen, geht es mit der Parkplatz-Regelung darum, innerhalb der Stadt eine gewisse Gleichbehandlung zu erreichen. Eine ungerechtfertigte offene Schranke bedeute immer auch einen Wettbewerbsvorteil.

(lag)


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