Kontrollzwänge können unser Leben bestimmen

Katerina Mistakidis, 13. Januar 2017, 07:58 Uhr
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Ist der Herd aus? Habe ich das Bügeleisen ausgesteckt? Sind alle Fenster zu? Solche Fragen können einen auch schon mal zurück in den 5. Stock zwingen. Kontrollzwänge haben viele Menschen und sie sind auch nicht weiter tragisch. Ausser sie fangen an, unser Leben zu bestimmen und schränken uns im Alltag ein.

Für die Psychotherapeutin Eliane Schneider führt unter anderem Multitasking dazu, dass wir nicht mehr sicher sind, ob der Herd aus ist: "Wenn man nicht mit Aufmerksamkeit bei einer Handlung dabei war, wenn man vieles gleichzeitig macht, kann man im Nachhinein nicht nachvollziehen, ob man etwas gemacht hat oder nicht."

Kontrollzwänge können durch Stress entstehen

Kontrollzwänge sind also auch ein Hinweis auf Stress. Wer also zwischendurch nicht weiss, ob das Fenster noch offen steht oder der Herd noch an ist, muss sich nicht gleich in Behandlung begeben. Da sieht die Psychotherapeutin andere Massnahmen: "Man sollte einen Gang runterschalten, im Alltag achtsamer handeln und seinen Tag anders planen. Eine therapeutischer Bedarf ist noch nicht gegeben."

Zwang kann den Alltag beeinflussen

Aber wann wird aus dem kleinen Kontrollzwang zwischendurch eine ernstzunehmende Störung? Die Grenze sei überschritten, wenn der Zwang immer mehr den Alltag bestimmt, erklärt die Psychotherapeutin: "Wer merkt, dass diese Zwänge immer mehr Raum einnehmen und sich die Rituale ausdehnen, dann ist der Punkt erreicht, sich Hilfe zu holen. Vielleicht zuerst beim Hausarzt oder dann auch bei einem Psychotherapeuten oder einem Psychiater."

Katerina Mistakidis
Quelle: red
veröffentlicht: 12. Januar 2017 06:24
aktualisiert: 13. Januar 2017 07:58