Kurbeln getrennte Betten Liebesleben an?

Fabienne Engbers, 13. März 2017, 06:41 Uhr
Getrennte Betten können einer Beziehung nicht nur schaden, sondern auch gut tun. (Symbolbild)
Getrennte Betten können einer Beziehung nicht nur schaden, sondern auch gut tun. (Symbolbild)
© istock
Die einen Paare wollen gerne so nahe wie möglich beieinander und kuschelnd schlafen, die anderen haben am liebsten ihr eigenes Bett und damit ihre Ruhe. Getrennte Betten spalten so manches Schlafzimmer, können aber einer Beziehung auch neues Feuer einheizen.

«Getrennte Schlafzimmer sind oft ein Thema in einer Beziehung», sagt Paartherapeut Peter Haas aus St.Gallen. Ein Auslöser kann das unerträgliche Schnarchen des Partners sein. Es gibt aber auch diverse andere Gründe, um sich nachts in getrennte Betten zu legen.

Man kommt sich nicht in die Quere

Getrennte Betten haben mehrere Vorteile. «Wenn man unterschiedliche Arbeitsrhythmen hat und deshalb auch zu anderen Zeiten ins Bett geht, kommt man sich mit getrennten Betten nicht in die Quere», sagt Peter Haas. Ausserdem wird man nicht von Schnarchnasen, Albträumen des anderen, Selbstgesprächen oder «Fägnestern» im Schlaf gestört.

Peter Haas ist Paartherapeut in St.Gallen. (Bild: zVg)
Peter Haas ist Paartherapeut in St.Gallen. (Bild: zVg)

«Wir löseln, wer aufs Sofa muss»

FM1-Hörerin Silvia aus Riederen gibt zu, ihr Schnarchen stört ihren Mann so sehr, dass er es nicht immer mit ihr in einem Bett aushält. «Er hat mich schon aufgenommen und ich habe gar nicht fassen können, dass ich das bin», sagt sie und lacht. «Wir löseln jeweils beim Znacht, wer auf dem Sofa schlafen muss.» Schlafen Silvia und ihr Mann im gleichen Bett, komme es auch mal vor, dass er sie in der Nacht so lang stupse, bis sie wach sei. «Dann gehe ich freiwillig aufs Sofa.»

Getrennte Betten als Liebeskiller?

Peter Haas hält getrennte Betten nicht für einen Liebeskiller. «Getrennte Betten können etwas Spielerisches in eine Beziehung bringen, der Partner liegt nicht schon 'pfannenfertig' im Bett, so gibt man sich vielleicht etwas mehr Mühe», sagt er. Bei den Franzosen sei es gar normal, dass Mann und Frau in separaten Zimmern schlafen. «So kann man den anderen einladen oder sich verführen lassen.»

«Man sollte nichts erzwingen, was man nicht will»

Peter Haas rät, den Wunsch nach getrennten Betten von Anfang an zu kommunizieren. «Sonst könnte sich der eine Partner gekränkt oder abgestossen fühlen durch diesen plötzlichen Wunsch.» Auch FM1-Hörer Gabriel aus Chur ist froh, hat er sich getraut, seinem Partner zu sagen, dass er lieber alleine schlafen würde. «Nach der ersten Nacht drückten wir uns beide vor diesem Gespräch. Ich habe mich dann aber getraut und wir waren beide froh, sagen zu können, dass wir lieber alleine schlafen würden», sagt er. «Man sollte nicht etwas erzwingen, was man nicht will.»

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 13. März 2017 06:41
aktualisiert: 13. März 2017 06:41