Wacker Thun startet in der Champions League

Thuns Trainer Martin Rubin ist in der Champions League gefordert
Thuns Trainer Martin Rubin ist in der Champions League gefordert © KEYSTONE/MELANIE DUCHENE
Wacker Thun startet am Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Polen gegen Wisla Plock in die Champions League. Trainer Martin Rubin ist realistisch, sein Team soll in erster Linie Erfahrungen sammeln.

Bei der ersten Teilnahme an der Champions League nach dem bisher einzigen Meistertitel 2013 waren die Thuner mehrheitlich überfordert, sie holten aus zehn Partien gerade mal einen Punkt. Damals waren die Gegner allerdings deutlich stärker, da es noch nicht zwei Gruppen mit den gesetzten Teams der Top 16 gab. Diesmal trifft Wacker neben Wisla Plock auf Dinamo Bukarest, Ademar Leon (ESP), Riihimäen Cooks (FIN) und Elverum (NOR).

Insofern erhofft sich Martin Rubin den einen oder anderen Sieg, er rechnet aber nicht damit, dass seine Mannschaft im Kampf um die ersten zwei Plätze in der Gruppe D eine Rolle spielen wird. Diese sind gleichbedeutend mit dem Erreichen der Entscheidungsspiele um die restlichen zwei Achtelfinal-Plätze. «Es wäre vermessen, vom 2. Rang zu sprechen», sagte Rubin. «Für uns hat die Meisterschaft absolute Priorität. In der Champions League wollen wir möglichst viel von den starken Gegnern profitieren und Spass haben.»

Der 54-jährige Erfolgscoach gibt sich auch deshalb zurückhaltend, weil das Team auf diese Saison hin mit Lukas von Deschwanden (Stuttgart), Lenny Rubin (Wetzlar) und Captain Roman Caspar (Rücktritt) wichtige Spieler verloren hat. Von Deschwanden und Rubin zeichneten für viele «Gratis-Tore» verantwortlich. Nun müssen andere Spieler wie Ron Delhees, Nicolas Suter oder Nicolas Raemy mehr Verantwortung übernehmen. In die neuen Rollen müssen sie aber erst noch hineinwachsen. Ausserdem ist Raemy aktuell am linken Ellbogen verletzt und fällt etwa sechs Wochen aus – auch Goalie Marc Winkler (Meniskus) steht aktuell nicht zur Verfügung. Der neue dänische Aufbauer Philipp Holm, der einzige Ausländer im Kader, ist gemäss Rubin «noch nicht gut integriert.» Sie seien eine junge Truppe mit wenig Erfahrung.

Gibt es etwas, das Rubin aus der ersten Kampagne in der Champions League mitgenommen hat? «Damals richteten wir die Vorbereitung zu stark auf die Königsklasse aus. Wir spielten in dieser gegen starke Gegner und verloren das Gefühl fürs Gewinnen. Nun haben wir das angepasst.» Auch der Saisonstart ist gelungen. Aus den ersten drei Partien holten die Thuner fünf Punkte; sie gewannen unter anderem gegen Cupsieger Pfadi Winterthur. Der Sieg gegen die Winterthurer überraschte Rubin, denn das Selbstverständnis, jeden in der Schweiz schlagen zu können, ist nach den Abgängen nicht mehr so ausgeprägt.

Allerdings ist für Rubin der Umbruch im Team ein Glücksfall. Wäre die Mannschaft zusammengeblieben, hätte er sich Gedanken darüber gemacht, ob er weiterhin der Richtige an der Seitenlinie ist, schliesslich übt er das Amt bereits seit 2007 aus. «Es ist das Beste, das mir passieren konnte und eine grosse Chance für mich», sagte Rubin.

Eine grosse Herausforderung ist auch das Spiel vom Sonntag in Plock. Für Rubin sind die Polen auf dem Papier der schwierigste Gegner. Bereits vier Tage später steht dann gegen Riihimäen Cooks das erste Heimspiel auf dem Programm. Allerdings kann Wacker nicht in Thun antreten, sondern muss in die neue Halle des BSV Bern in Gümligen ausweichen.

(SDA)


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