Walker: «Zug ist sicher verdient weitergekommen»

Luganos Coach Greg Ireland fand kein Rezept gegen Zug
Luganos Coach Greg Ireland fand kein Rezept gegen Zug © KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI
Der EV Zug schaltet Lugano mit einem 5:4-Sieg nach zweiter Verlängerung auf schnellstmöglichem Weg aus und steht als erster Playoff-Halbfinalist fest. Ambri-Piotta gelingt gegen Biel der erste Sieg.

Wohl nicht einmal der grösste Zuger Optimist hätte ein 4:0 im Viertelfinal gegen Lugano für möglich gehalten. Die Bianconeri waren zuvor erst einmal in einer Playoff-Serie sieglos geblieben – 2010 im Viertelfinal gegen Bern. Dabei schien die Formkurve der Luganesi zu stimmen, gewannen sie doch sechs der letzten acht Partien in der Qualifikation. «Wir haben die Serie sicher nicht heute verloren», erklärte Julian Walker gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Über die gesamte Serie betrachtet, waren wir zu wenig intelligent. Zug ist sicher verdient weitergekommen.»

Durch das frühe Ausscheiden sind die Tage von Greg Ireland als Trainer von Lugano mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gezählt. Derweil konnte Grégory Hofmann, der zu Zug wechselt, das Versprechen nicht einlösen, den Verein mit dem Meistertitel zu verlassen. Das lag auch daran, dass Goalie Elvis Merzlikins nicht mehr jener Rückhalt war, den er aufgrund seiner Klasse hätte sein können. Der Lette versucht in der kommenden Saison sein Glück wohl in Nordamerika. Für Sébastien Reuille war es ebenfalls der letzte Auftritt im HCL-Dress. Der 37-jährige Stürmer, einer von elf Feldspielern mit mehr als 1000 Spielen in der höchsten Schweizer Liga, tritt zurück.

Die Zuger unterstrichen mit dem 4:0 eindrücklich ihre Ambitionen. «Am Anfang war das Tempo extrem hoch. Lugano nahm die Energie des Publikums mit und setzte uns unter Druck. Wir hielten aber gut dagegen und brachten einen schönen Sieg nach Hause», sagte Captain Raphael Diaz. Die unerschütterlich wirkenden Zuger geniessen nun bis am übernächsten Dienstag eine Pause, was sich für den weiteren Verlauf der Saison als Vorteil entpuppen könnte.

Im Gegensatz zu Lugano wendete Erzrivale Ambri-Piotta das Saisonende fürs Erste ab. Die Leventiner bezwangen Biel nach sieben Niederlagen erstmals wieder, und zwar 2:1. «Wir glaubten alle von Anfang an daran, dass wir dieses Spiel gewinnen können», so Michael Fora, der nach genau 53 Minuten für das entscheidende Tor verantwortlich zeichnete. Sie hätten viel gearbeitet und diesen Sieg verdient. «Wir haben eine super Stimmung in unserer Mannschaft.»

Qualifikationssieger Bern glich die Serie gegen Genève-Servette mit einem 2:1-Auswärtssieg wieder aus. Für SCB-Stürmer Thomas Rüfenacht war die Opferbereitschaft ein Schlüssel zum Erfolg. «Wir wussten, dass Genf wie die Feuerwehr kommt. Wir hielten aber gut dagegen und nutzten im zweiten Drittel unsere Chancen. Im letzten Abschnitt machten wir uns das Leben schwer, darum wurde es hart.» Weiteres Verbesserungspotenzial sieht Rüfenacht im Powerplay. «Wir müssen einen Weg finden, in diesem zu treffen. Dann wird es leichter.»

Der Genfer Coach Chris McSorley liess nichts unversucht. Gut zwei Minuten vor dem Ende liess er den Stock von Beat Gerber messen. Die Schiedsrichter sahen aber keine Regelwidrigkeit. McSorley konnte diesen Entscheid nicht nachvollziehen. Ansonsten gab er sich aber als fairer Verlierer: «Bern war heute gut, nahm uns viel Raum weg. Wir konnten das Momentum nicht mit einem frühen Tor auf unsere Seite bringen, da Bern frischer war als wir. Wir machten unseren Job nicht gut genug, um zu gewinnen.»

Die SCL Tigers verloren auch das vierte Playoff-Heimspiel in der höchsten Schweizer Liga und liegen nach dem 1:2 gegen Lausanne in der Serie 1:3 zurück. «Lausanne hatte mehr geblockte Schüsse und machte aus unsere Sicht zwei blöde Tore», sagte der Langnauer Captain Pascal Berger. «Wir fanden keinen Weg, die ‘dreckigen’ Tore zu machen. Ich bin aber überzeugt, dass mehr drin liegt, wenn wir am Dienstag so weiterspielen.»

(SDA)


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