Gegner kritisieren Kosten für Sion 2026

Das Walliser Komitee gegen die Kandidatur für die olympischen Winterspiele 2026 warnt vor den Kosten.
Das Walliser Komitee gegen die Kandidatur für die olympischen Winterspiele 2026 warnt vor den Kosten. © Keystone/Jean-Christophe Bott
Das Walliser Komitee gegen eine Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 hat am Mittwoch vor den Kosten gewarnt. Nach Ansicht de Gegner sind die Kosten zu tief veranschlagt und bergen grosse Risiken für den Austragungsort.

Zahlreiche Punkte würden im Budget nicht berücksichtigt, sagte am Mittwoch Thierry Largey von Pro Natura Wallis. Weder die Mehrwertsteuer , noch die Energie- oder Versicherungskosten oder die Beträge für die Produktion von Kunstschnee seien enthalten.

Diese Kosten seien nicht unerheblich, sagte Largey. Das Budget sei dermassen optimistisch, dass es nicht mehr glaubwürdig sei. Und allfällige Mehraufwände würden dem Austragungsort und dem Organisationskomitee angerechnet, hielt Largey fest.

Zudem befinde sich der Bundesbeitrag von bis zu einer Milliarde Franken für die Winterspiele auf der Kippe. Der Nationalrat hatte in der Frühjahrssession eine Motion angenommen, die eine referendumsfähige Gesetzesgrundlage für die finanzielle Unterstützung verlangt.

Dies hätte eine nationale Volksabstimmung zur Folge. Noch ist offen, ob der Ständerat der Motion zustimmt. Eine Volksabstimmung auf nationaler Ebene würde auf jeden Fall den Zeitplan gefährden, da sie erst im Februar 2019 durchgeführt werden könnte. Die Kandidatur muss jedoch im Januar 2019 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOK) eingereicht werden.

Von einem «unvollständigen Projekt» sprach am Mittwoch Jean-Pascal Fournier, Präsident der Walliser Grünen. Er setzte auch bei der Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit grosse Fragezeichen.

Zudem befänden sich auch das Medienzentrum und das olympische Dorf nicht im Budget der Kandidatur. Diese Bauten sollen durch private Investoren realisiert werden. Falls sich aber niemand für die Finanzierung finde, trage der Austragungsort die Verantwortung, sagte Fournier.

Auch das Verkehrskonzept wurde in Frage gestellt. Laut den Veranstaltern soll 80 Prozent des Verkehrs über die öffentlichen Verkehrsmittel vorgenommen werden. Der Bund baue jedoch die Bahnhöfe in Bern und Lausanne bis 2025 um, sagte Evelyne Bezat vom VCS Wallis.

Diese Arbeiten seien im Januar 2026 allenfalls noch nicht abgeschlossen und die Kapazität der Bahnhöfe eingeschränkt. Auch für die Zufahrten zu den Wettkampforten sei der Ausbau von Strassen unausweichlich.

Über zwei Monate vor der kantonalen Abstimmung zum Kantonsbeitrag von 100 Millionen Franken an die Spiele vom 10. Juni stellte das Gegnerkomitee im weiteren sein Kampagnenmotiv vor. Dieses zeigt Olympia-Ringe als Bauruine und warnt unter dem Slogan «Olympia-Misswirtschaft Nein» vor der Gefahr: «Kurzes Fest – langer Kater.»

(SDA)


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